28 Artisten in dynamischen Doppelrollen

Chinesischer Nationalcircus

Unbändige Energie aus dem fernen Reich der Mitte macht sich im Saalbau breit. Eine atemberaubende Show - gespickt mit schlangenhafter Beweglichkeit und scheinbarer Schwerelosigkeit fliegt durch Zeit und Raum. Der „Chinesische Nationalcircus“ ist zu Gast und lässt die Besucher den Atem anhalten.

WITTEN

von Von Barbara Zabka

, 06.03.2011, 22:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein beeindruckender Balanceakt.

Ein beeindruckender Balanceakt.

Die anonyme Stimme des Sprechers erzählt immer wieder Fragmente der Story - quasi um den roten Faden aufrechtzuerhalten. Eine Reise in die fernen chinesischen Bambuswälder - die Heimat der Pandas. Diese sind eine wichtige Figur in der chinesischen Mythologie. Faszinierend sind die Tellerjonglage, die Hüte-Akrobatik, Sprünge durch rotierende Reifen und der Pyramidenbau - besonders auf dem Fahrrad. Immer wieder halten die Zuschauer den Atem an. Jede Bewegung sitzt, jeder Handgriff passt. Jeder fragt sich insgeheim, wie man der Schwerkraft und der natürlichen Beweglichkeit des menschlichen Körpers derart kraftvoll entgegen treten kann. Es gibt Momente, da knistert es im Saal. Es wird still. Niemand will durch Applaus die Konzentration der Künstler stören. Produzent Raoul Schoregge hat zwei neue Komponenten in sein diesjähriges Programm des „Chinesischen Nationalcircus“ integriert. Erstmals tauchen Tiere auf - die Pandabären. Menschen im Tierfell. Diese vollbringen wahrhaftig kleine Wunderstücke. Zum anderen tritt er selbst auf. In der Rolle des legendären Clowns „Correggio“. Ohne Worte - nur als Pantomime. Bei seinen Auftritten weiß er, die Spannung des Publikums zu lösen. Nicht Konzentration, sondern Entspannung ist angesagt. Die Lacher im Publikum bestätigen sein Konzept.

Zum Team des diesjährigen „Chinesischen Nationalcircus“ gehören übrigens 28 Artisten. Alle belegen eine Doppelrolle. Die jüngste heißt Wu Ji Mu und ist dreizehn Jahre jung. Alterspräsident ist Wu Qu (50), der mit seiner Nummer „Mongolian benches on the head“ den Saal begeisterte. Übrigens haben die Frauen die Oberhand. Sie stellen immerhin Dreiviertel der Artisten.   Jung, dynamisch, beweglich. Powerfrauen. Der Abspann kam rüber wie in einem Film. Applaus ohne Ende. Geblieben ist das Gefühl - hier war eine wirkliche Zirkusfamilie zu Gast. Ein wunderbarer Abend.