29-Jähriger hat 13-Jährige in seiner Wohnung sexuell missbraucht

rnRheder zu Haftstrafe verurteilt

Wegen Vergewaltigung einer 13-Jährigen hat das Jugendschöffengericht am Montag einen 29-jährigen Rheder zu zwei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

von Carola Korff

Rhede/Bocholt

, 01.09.2020, 15:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Staatsanwältin hatte wegen der Schwere der Tat auf zwei Jahre und acht Monate plädiert. In dem Verfahren vor dem Amtsgericht Bocholt ging es um einen Vorfall im Sommer 2018. Die 13-Jährige und ihre Freundin waren aus einer Erziehungshilfeeinrichtung abgehauen und hatten für die Nacht kein Dach über dem Kopf. Da trafen sie am späten Abend den Angeklagten, der noch eine letzte Runde mit seinem Hund ging.

Der 29-Jährige, das schilderte der Gutachter vor Gericht, war seit seiner Kindheit drogenabhängig. Mit acht Jahren hatte er mit dem Rauchen angefangen, mit neun Haschisch konsumiert und seit dem Teenageralter berauschte er sich an Pilzen, Amphetaminen und zuletzt auch Koks. 14 Mal war er bereits straffällig geworden – allerdings nie wegen sexueller Delikte.

Angeklagter: „Das war ein Riesenfehler!“

Am Morgen des Tages, als er die Mädchen traf, hatte der 29-Jährige die Mitteilung erhalten, dass eine Therapie in einer Entzugsklinik für ihn genehmigt worden war. „Dafür hatte ich eineinhalb Jahre gekämpft“, sagte der Rheder und seine gesetzliche Betreuerin bestätigte das: Die Krankenkasse habe dem Langzeitabhängigen Steine in den Weg gelegt. Aus Freude über die Zusage habe er sich gedacht: „Jetzt gebe ich mir noch einmal die Kante“, so der Angeklagte. Heute sei ihm klar: „Das war ein Riesenfehler.“ Er trank Wodka und Bier, nahm LSD und Koks und hat an den Abend „nur noch schemenhafte Erinnerungen“.

29-Jähriger bestreitet Vorwürfe vor Gericht nicht

Dennoch bestritt der 29-Jährige die Vorwürfe nicht. „Ich schäme mich zutiefst“, sagte er vor Gericht. Er habe die beiden Mädchen in seine Wohnung gelassen und sei auf dem Sofa neben einer von ihnen eingeschlafen. Diese 13-Jährige berichtete später, sie sei am Morgen wach geworden, weil der Mann sie unter der Kleidung streichelte und mit dem Finger in sie eindrang. Als sie gesagt habe, er solle aufhören, habe er sie in den Hals gebissen, sodass ein Bluterguss entstand. Dann verließen die Mädchen die Wohnung.

So sei es gewesen, sagte der Rheder und ersparte der 13-Jährigen und ihrer Freundin mit diesem Geständnis eine Aussage im Zeugenstand, was das Gericht ihm später hoch anrechnete. Das Leben des Angeklagten sei „schon früh aus dem Ruder gelaufen“, sagte der psychologische Gutachter. Wegen eines stark ausgeprägten Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (ADS) habe er keinen Schulabschluss und keine Ausbildung gemacht. In der fraglichen Nacht sei seine Steuerungsfähigkeit durch die Drogen erheblich eingeschränkt gewesen, so der Mediziner.

Therapieplatz angetreten

Den Therapieplatz, für den er am Tag vor der Tat die Zusage erhalten hatte, hat der Angeklagte auch angetreten. Bis März dieses Jahres war er im Entzug und ist seitdem clean. Er wollte sich jetzt in der Nähe der Klinik in Bochum eine Wohnung suchen und sich ambulant weiter helfen lassen. Das verzögere sich durch die Haftstrafe zwar nun, so der Vorsitzende Richter, aber eine Bewährung sei angesichts des Verbrechens, das der Angeklagte begangen habe, nicht zu rechtfertigen. Einem jungen Menschen sei Schaden zugefügt worden, unter dessen Folgen er womöglich ein Leben lang zu leiden habe.

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