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30 Bewerbungen in der ersten Runde?

Viktoriaquartier

Der Kampf um das neue Einkaufszentrum in der Innenstadt ist offiziell eröffnet. Nachdem der Rat die Auslobung zum Investorenverfahren beschlossen hat, sind die Rahmenbedingungen europaweit veröffentlicht worden. Der Stadtbaurat erwartet großes Interesse.

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 27.07.2013 / Lesedauer: 3 min
30 Bewerbungen in der ersten Runde?

Bei Großprojekten wie dem geplanten Stadtquartier an der Viktoriastraße soll der Beirat bald mitsprechen.

„In der ersten Runde dürften etwa 30 Bewerbungen eingehen“, sagt Kratzsch. Die Gründe für die große Konkurrenz liegen aus seiner Sicht trotz des Gesamtvolumens von rund 200 Millionen Euro auf der Hand: „Eine Fläche in idealer Größe, direkt in der Innenstadt. Dazu ein investitionsfreudiges Klima. Genau das, was viele suchen.“

Aber die Stadt und das Land sind längst nicht für jede Variante zu begeistern. Vor allem geschlossene Zentren wie etwa die Thier-Galerie in Dortmund oder das Einkaufszentrum am Limbecker Platz in Essen sind unerwünscht. Die Zeiten für derartige Objekte seien vorbei. Als Beleg führt die Verwaltung ein Projekt in Mainz an, bei dem die ECE umdenken musste. Wenn sie in Bochum zum Zuge kommen will, muss sie statt eines „riesigen Kastens“ eine gegliederte Struktur mit Innenhöfen und mehr einreichen. Rahmenbedingungen, die für alle Bewerber gelten.

„Der Erlebniswert wird in Zeiten des Internets wichtig“, sagt Kratzsch. Ein weiterer wichtiger Aspekt. Bevor sich Interessenten mit den Details beschäftigen können, müssen sie eine Grundvoraussetzung erfüllen: den Nachweis der wirtschaftlichen Qualifikation. Danach gibt es eine Überplanung des gesamten Areals von Justizareal bis Telekomblock. Unabhängig von der Eigentumsfrage erwarten Stadt und Land eine Gesamtplanung für Justiz, Telekomblock und Nebengebäude. Dafür liefert sie den Investoren im Vorgriff eine Vielzahl von Daten und Informationen. Es geht um Versorgungsleitungen, um die mögliche Anbindung an das Parkhaus P 1, um die Option, zusätzliche Flächen von der Stadt zu erwerben und viele Details mehr. „Der Investor wird mit seiner Konzeption sowohl nach dem städtebaulichen Entwurf als auch nach der Wirtschaftlichkeit ausgewählt“, betont die Verwaltung.

Dabei setzt sich die gut 20-köpfige Kommission zu einem Drittel aus Vertretern der Stadt, des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) als Vertreter des Landes und Externen wie der Industrie- und Handelskammer zusammen. Die Preisvergabe ist für Ende Januar 2014 vorgesehen.Bis die ersten Geschäfte im Viktoriaquartier eröffnen können, vergehen einige Jahre. Für Ende 2015/Anfang 2016 ist der Umzug der Justiz zum Ostring geplant. Danach folgen Abriss und Neubau. Damit dürfte das Objekt frühestens 2016 am Markt sein. Die Folgen sind bereits jetzt zu spüren. Kaum ein Immobilienbesitzer schließt nach Einschätzung der Verwaltung aktuell längere Mietverträge. Aber auch Unternehmen würden die Entwicklung ganz genau beobachten und keine langfristigen Bindungen eingehen.

Beschränkungen bei den angebotenen Waren und den Geschäftsgrößen gibt es bei dem neuen Zentrum nicht, das auch nach Einschätzung der Verwaltung die Situation in der Innenstadt verändern wird. Die Kortumstraße dürfte profitieren, bis zum Boulevard hingegen könnte es für Kunden hingegen schon relativ weit sein. 

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