37-Jähriger zertrümmert Trink-Kumpanen das Gesicht

Prozessauftakt

Es muss ein schrecklicher Anblick gewesen sein: Vor sechs Monaten wurde einem 49-jährigen Mann im Lutherpark von einem Wittener Trink-Kumpanen (37) das Gesicht zertrümmert. Seit Mittwoch beschäftigt die Gewalttat das Bochumer Schwurgericht.

WITTEN/BOCHUM

von Von Jörn Hartwich

, 09.11.2011, 16:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auch von Seiten des Gerichts ging es zum Prozessauftakt eher schroff zu. Kaum hatte die Verhandlung begonnen, wandte sich der Richter direkt an den Angeklagten. Seine Worte klangen dabei fast wie eine Drohung: „Guter Rat von mir: Keinen Scheiß erzählen, sonst gibt es Ärger.“Geredet wurde dann aber erst einmal gar nicht – nur die Anklage verlesen. Und die hatte es in sich. Dem Wittener wird vorgeworfen, einem Kumpel aus dem Trinkermilieu am 11. Mai 2011 eine Glasflache gegen den Kopf geschlagen zu haben. Der Schlag war so heftig, dass die Flasche zerbrach.

Anschließend soll der 37-Jährige immer wieder auf sein bereits am Boden liegendes Opfer eingetreten haben – auch gegen den Kopf. Als er den Tatort schließlich verließ, war der 49-Jährige bewusstlos, lag in einer Blutlache. Nase und Auge waren zertrümmert. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Die volle Härte des Gesetzes wird der Wittener im Falle einer Verurteilung aber wohl nicht zu spüren bekommen. Da er zur Tatzeit schwer alkoholisiert war, geht die Staatsanwaltschaft schon jetzt von verminderter Schuldfähigkeit aus. Der Prozess wird fortgesetzt.