39 Noch-Opelanern droht jetzt die Kündigung

Wechsel nicht akzeptiert

39 zurzeit freigestellten Opel-Mitarbeitern droht laut Auskünften des Bochumer Betriebsrats die Kündigung. Es handelt sich um die Opelaner, die nach der Schließung des Opel-Werks in Bochum nicht in die Transfergesellschaft gewechselt sind. Der Betriebsratsvorsitzende Murat Yaman betonte, juristisch gegen die drohenden Kündigungen vorgehen zu wollen.

von Miriam Instenberg

BOCHUM

, 26.01.2015 / Lesedauer: 2 min
39 Noch-Opelanern droht jetzt die Kündigung

39 Opelaner, die nicht in die Transfergesellschaft gewechselt sind und keinen anderen Job im Unternehmen angetreten haben, sollen jetzt gekündigt werden.

Als das Bochumer Opel-Werk geschlossen wurde, hatten IG Metall und die Unternehmensleitung von Opel vereinbart, den Mitarbeitern den Wechsel in eine Transfergesellschaft zu ermöglichen, oder sie - in begrenzter Anzahl - im Warenlager Werk III oder in den Opel-Werken in Rüsselsheim und Eisenach weiter zu beschäftigen. 39 Opelaner haben den Aufhebungsvertrag, mit dem sie in die Transfergesellschaft übergegangen wären, nicht unterschrieben und auch keinen anderen Job bei Opel angetreten. Sie waren bisher frei gestellt - jetzt aber droht ihnen die Kündigung.

Widersprüche formulieren

Das haben die Betroffenen am Montag vom Betriebsrat selbst erfahren. Der war nämlich von der Unternehmensleitung aufgefordert worden, Stellungnahmen zu den geplanten Kündigungen abzugeben. "Das ist ein ganz normaler Vorgang. Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat vor der Kündigung anhören", erklärte der Bochumer Betriebsratschef Murat Yaman. Der Betriebsrat sei bereits am Montag zusammengekommen, um die Widersprüche gegen die Kündigungen zu formulieren.

"Wir werden den betroffenen Kollegen selbstverständlich mit allen rechtlichen und politischen Mitteln zur Seite stehen", so Yaman. Betroffen seien sowohl ältere als auch jüngere Kollegen, Mandatsträger und auch leistungsgeminderte Kollegen, die alle "aus individuellen Gründen" dem Wechsel in die Transfergesellschaft nicht zugestimmt hätten.

Änderungskündigungen

Bei den formellen Kündigungen handele es sich zunächst um sogenannte Änderungskündigungen, erklärte der Bochumer Betriebsratschef. Das bedeute, dass die Mitarbeiter innerhalb des Konzerns etwa an den Stammsitz nach Rüsselsheim oder nach Eisenach wechseln könnten, wenn es dort Arbeitsplätze für sie gibt. Weigern sie sich, droht nach Ablauf der Kündigungsfrist der Jobverlust. Um das zu verhindern, will der Betriebsrat auch Anwälte einschalten. Er könne noch nicht überblicken, wie viele Betroffene innerhalb des Konzerns wechseln wollten und wie viele vor Gericht zögen, sagte Yaman. 

Arbeitsgerichtsprozesse enden erfahrungsgemäß häufig mit einem Vergleich und individuell ausgehandelten Ausstiegskonditionen. Die allermeisten der gut 3000 Opel-Beschäftigten hatten sich im vergangenen Jahr für einen Sozialtarifvertrag mit zwei Jahren Transfergesellschaft und einer Abfindung von im Schnitt 125.000 Euro pro Mitarbeiter entschieden. 
 

Mit dpa

Schlagworte: