40 Flüchtlinge finden Unterkunft im "Clearinghaus"

Am Holzheck

EVING/BRECHTEN Maximal 40 jugendliche Flüchtlinge - überwiegend aus dem Irak und Afghanistan - werden in dem AWO-Heim am Holzheck 16 ein vorübergehendes Domizil finden: Clearinghaus (Klärungsstelle) nennt das Jugendamt das Projekt.

von Von Petra Frommeyer

, 12.03.2010, 07:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Holzheck sollen 40 jugendliche Flüchtlinge aus dem Irak und Afghanistan aufgenommen werden.

Am Holzheck sollen 40 jugendliche Flüchtlinge aus dem Irak und Afghanistan aufgenommen werden.

„Die 16- bis 17-Jährigen, die ohne Begleitung auf verschiedenen Wegen ins Land kommen, sind zum Teil schwer traumatisiert. Viele sprechen kein Deutsch, manche sind sogar Analphabeten, oft haben sie keine Papiere“, sagte Bodo Weirauch vom Jugendamt. Er stellte das Projekt in der Bezirksvertretung Eving vor. „Wir wollen die Anwohner am Holzheck noch über die Maßnahme unterrichten.“

Seit Dortmund zentrale Anlaufstelle für alle Flüchtlinge ist, die nach Nordrhein-Westfalen kommen, gibt es einen riesigen Zuwachs und Kapazititätsprobleme. Gerade bei den Jugendlichen brauche man ausreichend Zeit, um festzstellen, ob sie psychosozialer oder medizinischer Behandlung bedürfen und ob sie im europäischen Ausland noch Verwandte haben, bei denen sie leben können. Das Jugendamt muss für die Flüchtlinge Deutschkurse organisieren und überprüfen, welche Schulen sie besuchen können. 

„In dem Clearinghaus haben die überwiegend jungen Männer eine 24-Stunden-Betreuung, die zum einen das Wäschewaschen, Hygiene und die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, zum anderen Freizeitmöglichkeiten und die Entwicklung der sozialen Kompetenz umfasst. „Im Jugendamt gibt es einen Kollegen, der für die Jugendlichen arabischer Herkunft Ansprechpartner sein wird. Ansonsten werden Dolmetscher eingesetzt. Wenn sich ein minderjähriger Flüchtling bei der Zentralen Ausländerbehörde in der Erstaufnahmeeinrichtung am Westfalendamm melden sollte, wird das Jugendamt eingeschaltet. Ein Mitarbeiter des Clearinghauses holt ihn dort ab. „Wir gehen von einer Aufenthaltsdauer von sechs Monaten aus“, schätzt Bodo Weirauch. Es gebe da noch keine Erfahrungswerte.

Im Anschluss an das Hilfeplanverfahren sollen die Teenager, bei denen Jugendhilfebedarf besteht, in Absprache mit dem Vormund in eine Kommune, die geeignete Maßnahmen bereit hält, weitergeleitet werden.

  • Das Clearinghaus wird zwei Jahre in Betrieb genommen. Die Zusatzkosten von rd. 2,5 Mio. Euro sollen den städtischen Haushalt nicht belasten, wenn ein geregeltes Verteilverfahren vorliegt. Die Deckung soll durch Mehrerträge erfolgen, da die Aufwendungen von überörtlichen Kostenträgern erstattet werden.
Schlagworte: