60 Jugendliche schreiben Roman mit regionalem Bezug

Schreibwerkstatt

60 Jugendliche, sechs Städte, ein Roman: Junge Menschen aus Witten und fünf weiteren Städten des Ruhrgebiets machen sich in dem Schreibprojekt "Quer durch die Städte schreiben" auf die Suche nach den verborgenen, verbotenen und vergessenen Orten ihrer Städte.

WITTEN

von Von Tim Stobbe

, 02.11.2013, 10:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
60 Jugendliche schreiben Roman mit regionalem Bezug

Die Teilnehmer aus den 6 Städten und die beiden Autoren Inge Meyer-Dietrich und Sascha Pranschke.

Insgesamt jeweils zehn Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren aus den sechs Teilnehmerstädten nehmen an dem Projekt teil. Bereits Mitte Oktober haben sie bei einem Auftakttreffen den roten Faden für die Geschichte des Romans gelegt: Das Ruhrgebietsmädchen Max sucht nach Spuren ihres toten Vaters. Was sie dafür allerdings nach Witten verschlägt und was sie über den Tod ihres Vaters erfährt, müssen die Jugendlichen noch erarbeiten. Wie einen Staffelstab reichen die jeweils ansässigen Schüler die Geschichte dann an die nächste Stadt weiter. Unterstützt werden sie dabei aber stets von den Autoren Sascha Pranschke und Inge Meyer-Dietrich. Neuland betreten die Veranstalter des Friedrich-Bödecker-Kreises und von Jugendstil, dem Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur, mit diesem Projekt nicht. Erst im September erschien der Roman „Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie“ im Klartext Verlag. 70 Jugendliche verfassten ihn in einem ähnlichen Projekt.

„Wir möchten Schreibfreude wecken und fördern“, sagt Leiterin Sarah Meyer-Dietrich. „Außerdem sollen die Jugendlichen Orte ihrer Stadt neu entdecken, sich die Stadt durchs Schreiben aneignen.“ Etwaige Schwierigkeiten, wenn so viele junge Menschen zusammenarbeiten müssen, fürchtet sie nicht: „Beim vorherigen Projekt hat es einfach super geklappt.“ Auch bei der Auftaktveranstaltung habe das Zusammenspiel bereits toll geklappt. Besonders die Identifikation mit den Heimatstädten interessiert auch Mit-Organisator Ralph Hiltrop von der Stadtentwicklung: „Dadurch werden viele sicher das erste Mal hinterfragen, wo und wie sie hier eigentlich leben“, sagt er. Zudem sei das Zusammenspiel von Kultur, Jugendlichen und bedeutsamen Orten der Stadt ein Punkt, der in jedem Stadtentwicklungskonzept Platz habe. In Witten werden die Jugendlichen den Helenenturm, das Haus Witten und den Bahnhof in den Roman einflechten. Erscheinen wird er voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres.

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