62. Kurzfilmtage blicken auch nach Südamerika

Festival in Oberhausen

Im 62. Jahr sind die Internationalen Kurzfilmtage (5. bis 10. Mai 2016) mit 550 Filmen aus 55 Ländern so gut bestückt wie nie. Die Beiträge verteilen sich auf Wettbewerbe und Sonderprogramme, bei Letzteren liegt ein Schwerpunkt auf Filmen aus Lateinamerika.

08.04.2016, 16:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
62. Kurzfilmtage blicken auch nach Südamerika

Lars Henrik Gass, Festivalleiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

"Es gibt eine Art neue Welle bei Arbeiten aus Südamerika", erklärt Festivalleiter Lars Henrik Gass. "Diese Filme und ihre Macher sind in Europa kaum bekannt, das wollen wir ändern." "El Pueblo" ("Das Volk") haben die Oberhausener Programmgestalter die Filmreihe getauft.

Alltags-Puzzle

"Pueblo heißt ja auch Haus oder Hütte", so Gass, "im politischen Kino dieser Länder ist das Wort stets positiv besetzt, während man bei uns leicht das Grausen kriegt, wenn bei aktuellen Demos "Wir sind das Volk" skandiert wird." Ziel des Programmes sei es, den Blick zu schärfen, wer denn nun "das Volk" ist oder sein will im Süden Amerikas.

Drei Arbeiten aus dem "Pueblo"-Kontext präsentierte das Festival gestern in der Oberhausener "Lichtburg": "Tropic Pocket" vom Kolumbianer Camilo Restrepo strickt zu Bildern aus alten Dokus und Werbefilmen an der Legende von einem Piratenschatz irgendwo im Dschungel. José Luis Bongores "Narino" legt in sieben Minuten ein Alltags-Puzzle aus Kolumbien vor: Landschaft, Orte, Menschen.

Regie-Künstler

Pablo Lobatos "Corda" beobachtet brasilianisches Brauchtum. In einer schweißtreibenden Prozession rangelt "das Volk" um die Fasern eines Taues, das offenbar spirituelle Bedeutung hat.

In fünf "Profilen" gibt das Festival Regie-Künstlern eine Plattform. Mit dabei der Österreicher Josef Dabernig, der sich mit Sun Xun aus China auch eine Ausstellung im Zentrum Altenberg teilt. Dabernig zeigt Fotos, Sun Xun Gemälde und Zeichnungen, außerdem bemalt er die Wände der Halle - zu sehen nur während des Festivals.