82.000 Zuschauer sahen Ruhrfestspiele "am Puls der Zeit"

Fazit vom Festspielleiter

Stars, französisches Welttheater und viele kleine Bühnen-Juwele prägten die diesjährigen Ruhrfestspiele. Kurz vor Ende des Theater-Festivals zogen die Veranstalter um Festspielleiter Frank Hoffmann ein Fazit - und das fällt überaus positiv aus. Dabei begann das 69. Festspieljahr mit einem schockierenden Ereignis.

RECKLINGHAUSEN

, 12.06.2015, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
82.000 Zuschauer sahen Ruhrfestspiele "am Puls der Zeit"

Ein prägendes Bild der Ruhrfestspiele 2015: Die französische Schauspielerin Juliette Binoche (l) und Ruhrfestspiele Leiter Frank Hoffmann.

Die Ruhrfestspiele sind als politisches Theaterfestival bekannt. Und ausgerechnet in diesem Jahr, dem vom französischen Theater geprägten, schockten die Attentäter von Paris die ganze Welt. Für Festspielleiter Frank Hoffman war das ein Ereignis, das das Festival geprägt hat. "Man hat in diesem Jahr eine politische Auseinandersetzung gespürt", sagte er resümierend nach sechs Wochen Festival. Er habe "eine Verunsicherung und Infragestellung" gespürt, die Ruhrfestspiele seien "nah am Puls der Zeit gewesen".

82000 Zuschauer

Vielleicht war es diese Tatsache, die für eine gute Auslastung der Stücke sorgte. Rund 82000 Zuschauer sahen 107 Produktionen in 305 Aufführungen. Das entspricht einer Auslastung von 80 Prozent, was das drittbeste Ergebnis in der 69-jährigen Geschichte der Ruhrfestspiele bedeutet. Besonders nach den Premieren habe Mund-zu-Mund-Propaganda der Besucher für einen Anstieg der Kartenverkäufe gesorgt.

Festspielleiter Hoffmann empfahl unterdessen kein spezielles Stück an seine Freunde, verriet er bei der gestrigen Abschlusspressekonferenz. Das tue er generell nicht. Nur so viel: "Das Votum unserer Mitarbeiter und das der Presse lag manchmal sehr auseinander - was sehr spannend ist."

"Bella Figura" war Publikumsrenner

Gute Pressekritiken gab es etwa für Yasmina Rezas Beziehungsdrama "Bella Figura" mit Nina Hoss, 100 Prozent der Stücke waren ausverkauft - der Publikumsrenner der diesjährigen Ruhrfestspiele.

Auch Eugéne Ionescos "Die Nashörner" oder Roberto Ciullis Inszenierung von "Rückkehr in die Wüste" hob Hoffmann hervor, sah bei letzterem den "Nerv der politischen Auseinandersetzung" getroffen. Stars wie Juliette Binoche oder Michel Piccoli, so Hoffmann, hätten das Festival jedoch nicht mehr geprägt, als andere Darsteller, die allesamt vom Zuspruch der Zuschauer begeistert waren. Hoffmann: "Ich glaube das hat mit der Warmherzigkeit des Publikums zu tun."