90 singende Augustinchen

INNENSTADT Eine Laterne hat jedes der 90 "Augustinchen" in den vergangenen zwei Wochen im Kindergarten an der Augustastraße gebastelt. Gestern, am Tag des Martins-Umzugs, leuchten die Kinderaugen noch heller als ihre bunten Laternen.

von Von Laura Kücük

, 09.11.2007 / Lesedauer: 3 min
90 singende Augustinchen

Augustinchen-Kids beim Basteln.

Schon am Morgen hatten die Kinder der "Katzengruppe" beim Kindergarten-Gottesdienst die Martinsgeschichte für ihre Eltern und Kindergartenfreunde pantomimisch nachgespielt. Gruppenleiterin Michaele Ulmicher hilft dem fünfjährigen Luca noch schnell in sein goldenes Martinsgewand, und schon legen die vier kleinen Protagonisten in der Turnhalle des Kindergartens los: Luca teilt als Sankt Martin edelmütig seinen Mantel mit David (5), der den frierenden Bettler spielt und im "echten" Leben Lucas bester Freund ist. Nur einen Katzensprung entfernt sitzen derweil Sophie und Aileen (5) beim Martinsgänse-Essen.

Während der kurzen Aufführung beginnen einige Kinder auf den Turnhallenbänken, vor lauter Vorfreude auf den Abend das Martinslied zu singen. Ebenso wie das Laternenlied und verschiedene Weihnachtslieder haben sie den Martins-Text im Kindergarten gelernt und singen zusammen, wann immer sie dazu Lust haben.   Aber auch das gemeinsame Basteln steht ganz oben auf dem Programm. Fünf verschiedene Laternenmodelle haben die Augustinchen tagelang mit viel Eifer und Geschick gebastelt. "Kleben mache im am liebsten, ausschneiden aber nicht so gerne", sagt Aileen, die gerade mit dem pantomimischen Gänseessen fertig ist.

Luca dagegen gefällt gerade das Ausschneiden der Pappe am besten. "Und ich würde auch meinen Mantel teilen, wenn ein Freund friert", solidarisiert sich der Fünfjährige mit Sankt Martin, in dessen Rolle er noch vor Minuten geschlüpft war. Am Abend wollten die vier Kindergartengruppen dann mit ihren selbst gebastelten Laternen von der Johanniskirche durch den Lutherpark zurück zum Kindergarten wandern und dabei das Laternenlied singen. Am Sandkasten sollte der Umzug mit einem wärmenden Lagerfeuer, Würstchen, einer Tombola und Glühwein für die Großen sowie Tee und Kakao für die Kleinen ausklingen.

Leuchten in der Kirche

Doch das Wetter spielte zum Bedauern der Kinder nicht mit. Also zogen sie mit ihren farbenprächtigen Laternen zur Johanniskirche, in der für einige Minuten extra das Licht ausblieb, sodass die Laternen die Kirche mit ihrem Farbspiel erleuchteten. Danach wurden Brezeln verteilt, und der Martinszug hatte doch noch sein "Happy End". Jetzt freuen sich David, Luca, Sophie und Aileen auf die Weihnachtszeit mit Geschenken, Weihnachtsmarkt und hoffentlich ganz viel Schnee.