A2: Fahrer zerreißt Strafzettel vor den Augen der Polizei – Fahrzeug angekettet

1800-Euro-Knöllchen

Ein fälliges Bußgeld von 1800 Euro brachte einen Lkw-Fahrer (28) an der A2 derart in Rage, dass er den Strafzettel vor den Augen der Polizei zerriss. Die legte das Fahrzeug an die Kette.

Kamen

, 10.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auffällige Wegfahrsperre in Pink: Die Autobahnpolizei sicherte den Transporter auf dem Parkplatz Kolberg an der A2 bei Bönen mit einer schweren Kette, um die Weiterfahrt zu verhindern.

Auffällige Wegfahrsperre in Pink: Die Autobahnpolizei sicherte den Transporter auf dem Parkplatz Kolberg an der A2 bei Bönen mit einer schweren Kette, um die Weiterfahrt zu verhindern. © Polizei

Dieser Strafzettel brachte einen Fahrer richtig in Rage. Weil er ein Auto auf seinem Anhänger nicht richtig gesichert hatte und weitere Vorschriften für den Transport missachtete, sollte ein 28-jähriger Lkw-Fahrer ein Bußgeld in Höhe von 1800 Euro bezahlen.

Einsicht zeigte der Mann laut Polizei indes nicht: Auf dem Rastplatz „Kolberg“ an der Stadtgrenze zu Kamen zerriss er die ihm ausgehändigten Dokumente vor den Augen der Polizei. Ein Vorfall, der sich bereits am Freitag bei einer groß angelegten Kontrolle in Bönen ereignete, wie Peter Bandermann von der Polizei Dortmund am Montag berichtete.

Die Polizei führt auf dem Rastplatz Kolberg bei Kamen immer wieder Kontrollen durch. Die Ergebnisse sind oftmals ernüchternd, weil die Zahl der Verstöße verhältnismäßig hoch ist.

Die Polizei führt auf dem Rastplatz Kolberg bei Kamen immer wieder Kontrollen durch. Die Ergebnisse sind oftmals ernüchternd, weil die Zahl der Verstöße verhältnismäßig hoch ist. © Claudia Pott

Transporter mit schwerer Kette gesichert

Eine Reaktion, die bei der Polizei eine Gegenreaktion erzeugte: Als unmittelbare Folge habe ein Kontrollteam der Autobahnpolizei den Transporter mit einer schweren Kette gesichert, um die Weiterfahrt des unsicheren Gespanns zu verhindern.

Anlass für diese Kontrolle auf der stark befahrenen Autobahn 2 am Freitag war der starke Reiseverkehr zum Ferienende. „Dabei fiel auch ein Mercedes-Fahrer aus Beckum auf“, so Bandermann in einer Mitteilung.

Ergebnis der ersten Überprüfung: Der 26-Jährige sei in den vergangenen Wochen der Polizei mehrmals aufgefallen, jedes Mal fuhr er ohne Fahrerlaubnis. Am Freitag erhielt er die zwölfte Strafanzeige. Ergebnis: Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Arnsberg beschlagnahmte die Polizei seinen Mercedes.

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Handy am Steuer und kein Sicherheitsgurt

Der Rastplatz an der Stadtgrenze zu Kamen war in jüngster Vergangenheit immer wieder Standort für Kontrollen der Polizei, vor allem, um Lastwagenfahrer zu überprüfen. Bei einem sogenannten Schwerpunkteinsatz zur Überprüfung der Einhaltung der Sozialvorschriften Mitte Juli hatte ein Fahrer 1660 Kilometer abgerissen, ohne Pause von Spanien bis zum Autobahnparkplatz Kolberg. Auch dieses Mal fällt die Bilanz ernüchternd aus: Bei 89 kontrollierten Personen und 78 überprüfte Fahrzeugen ergaben sich laut Polizei:

  • 80 Verstöße gegen das Überholverbot
  • 266 Tempoverstöße durch Radarmessung
  • 740 Verdachtsfälle wegen zu geringen Abstands
  • 441 Verdachtsfälle Fahren ohne Sicherheitsgurt, Überbreite und Handynutzung

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Ein ähnliches Bild wie bei den Lkw-Kontrollen als bei fast jeder zweiten Überprüfung Verstöße gegen Sozialvorschriften, technische Mängel an den Fahrzeugen oder sonstige Auffälligkeiten festgestellt wurden. Das Polizeipräsidium Dortmund kündigt an, die Kontrollen auf den Autobahnen fortzusetzen. Langfristiges Ziel: weniger Unfälle, weniger Verletzte, weniger Todesopfer.

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