A40 bis Zeiss-Planetarium: Bochum von A bis Z

Erster Teil

Wie gut kennen Sie Bochum? Wissen Sie Bescheid, über wichtige Künstler und Personen der Stadt, über die Besonderheiten der alten Gebäude? Im ersten von zwei Teilen unserer Reihe „Bochum von A bis Z“ führen wir Ihnen noch einmal vor Augen, was Bochum eigentlich ausmacht.

BOCHUM

, 06.09.2016, 09:54 Uhr / Lesedauer: 4 min
A40 bis Zeiss-Planetarium: Bochum von A bis Z

In ihrer Ursprungsform konnte die Jahrhunderthalle einfach auseinandergebaut und neu montiert werden.

A40: Seit 1960 ist sie aus Bochum und dem Ruhrgebiet nicht mehr wegzudenken. Der Ruhrschnellweg, auf dem es selten schnell geht, ist für seine starke Nutzungsfrequenz bekannt und hat schon den einen oder anderen Autofahrer in den Wahnsinn getrieben. Derzeit zählt die A40 stolze 103 Kilometer – an elf Kilometern wird derzeit noch gebaut. In Bochum hat die A40 sogar ihre eigene Kirche: Die Autobahnkirche Ruhr, oder auch Epihanias Kirche, die 2010 eingeweiht wurde.

Bergmannsheil: Die Universitätsklinik an der Hattinger Straße gilt als älteste Unfallklinik der Welt. Als sich Ende der 1880er-Jahre durch den massiven Aufschwung des Bergbaus die Unfallzahlen stark erhöhten, wurde die Gründung des Bergmannsheils notwendig. Als besonders fortschrittlich galt die Klinik auch, weil es von Beginn an immer Krankentransportwagen am Haus gab, mit denen die Verletzten von der Unfallstelle ins Krankenhaus gebracht wurden. Die ersten Wagen wurden sogar noch von Pferden gezogen – später gab es dann auch motorisierte Fahrzeuge. Im Verlauf des Ersten Weltkrieges wurden viele verwundete Soldaten dort versorgt, im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude vollständig zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Heute kann das Bergmannsheil in 23 verschiedenen Fachabteilungen mehr als 600 Patienten gleichzeitig stationär aufnehmen. Mehr als 2000 Menschen arbeiten in dem Krankenhaus.

Chinesischer Garten: Der Garten der Dichter und Gelehrten – Qian Yuan – so lautet eigentlich der korrekte Name des Chinesischen Gartens. Mitten im Botanischen Garten der Ruhr-Universität liegt dieses winzig kleine Stück China. Der Garten im Garten bezaubert den Besucher durch seine besonders meditative Atmosphäre. Zwischen den Mauern des Gartens liegen kleine Teiche, Quellen und ein Wasserfall. Rund 1000 Quadratmeter ist der Chinesische Garten groß – der Teich nimmt allein die Hälfte der Fläche ein.

Dreieck: Zwischen Südring und Konrad-Adenauer-Platz erstreckt es sich: Das legendäre Bochumer Gastronomieviertel. Mittlerweile sind in dem ehemaligen Bahnhofsviertel über 80 gastronomische Betriebe ansässig. Wo sich früher lediglich zwei Kinos und ein englischer Pub befanden, siedelten sich zu Beginn der 80er-Jahre zahlreiche Gastronomen an. Der Name „Bermudadreieck“ tauchte zum ersten Mal im Jahr 1988 in einem Zeitschriftenartikel auf. Über drei Millionen Gäste kommen pro Jahr in das beliebte Ausgehviertel.

Ehrenfeld: Das kleine Viertel im Norden des Stadtteils Wiemelhausen und im Süden der Innenstadt hat sich seit seiner Gründung am Ende des 19. Jahrhunderts zu einem ganz besonderen Ort entwickelt. Der Gründer des Viertels, Clemens Erlemann, plante, aus dem Ehrenfeld einen Stadtteil zu machen, der insbesondere von bürgerlichen und hohen Bevölkerungsschichten bewohnt werden sollte. Die unmittelbare Nähe zur Innenstadt und zu anderen wichtigen Institutionen, wie zum Beispiel dem Schauspielhaus, sorgen dafür, dass das Ehrenfeld auch heute noch ein attraktiver und viel genutzter Stadtteil ist. Mit dem Viertel geht außerdem noch eine sprachliche Besonderheit einher: Ehrenfeld ist kein offizieller Stadtteil, deswegen wohnt man „im“ Ehrenfeld und nicht „in“ Ehrenfeld.

Festivals: Bochum zeichnet sich durch eine besonders große Live-Kultur aus. Seit mittlerweile 30 Jahren findet das große Umsonst-und-draußen-Festival Bochum Total in der Innenstadt statt. Ein Event, das Rekorde bricht und mittlerweile das europaweit größte Festival seiner Art ist. Aber auch jüngere Veranstaltungen wie zum Beispiel das Zeltfestival Ruhr oder der Bochumer Musiksommer gehören zu Bochum dazu. Neben den großen musikalischen Events startet seit einigen Jahren auch das Theaterfestival Ruhrtriennale an der Bochumer Jahrhunderthalle und lockt viele Besucher in die Stadt.

Gräsel: Ein großer Name in der Bochumer Geschichte: Friedrich Gräsel. Der 1927 geborene Bochumer war bis zu seinem Tod im Jahr 2013 ein deutscher Bildhauer. Für viele Jahre hat der Künstler in Bochum gelebt, gewirkt und gearbeitet. Ihm ist unter anderem eine große Schenkung an die Ruhr-Universität zu verdanken, die viele wichtige Kunstwerke enthält. In vielen Städten in ganz Deutschland sind Gräsels Werke zu bewundern – häufig auch im öffentlichen Raum. In Bochum kennt man vor allem seine Arbeit „DIN 1511“. Das sind die bunt bemalten Stahlfiguren im „Colloseum“ an der Alleestraße.

Hustadt: Im Osten des Stadtteils Querenburg liegt die Hu-stadt. Der Name rührt von den Rittern von Lützelnauve, die auf Haus Heven lebten. Die ließen nämlich für ihre Bediensteten in genau diesem Bereich eine Hausstatt – beziehungsweise Hustatt – errichten. Als in Querenburg in den 60er-Jahren die Ruhr-Universität errichtet wurde, musste Platz für all die hinzuziehenden Menschen her. So entstanden hier in einem Atemzug mit dem Campus viele Hochhäuser für die Studierenden, aber auch einige Straßenzüge mit Bungalows – die sogenannten „Professorenviertel“, die heute noch erkennbar sind.

International: Seit 1950 ist Bochum mit der englischen Stadt Sheffield in einer Städtefreundschaft verbunden. Die Industriestadt ist eine der größten Städte Englands. Auch Oviedo in Spanien zählt zu den Partnerstädten Bochums – und zwar seit 1980. Die 225 000 Einwohner starke Stadt liegt nur wenige Kilometer von der Atlantikküste entfernt. Seit 1987 haben auch Bochum und die ukrainische Stadt Donezk eine freundschaftliche Verbindung miteinander. Mit rund einer Millionen Einwohner ist Donzek deutlich größer als Bochum.

Jahrhunderthalle: Ursprünglich stand die Jahrhunderthalle in Düsseldorf. Im Jahre 1902 hatte der Bochumer Verein die heutige Veranstaltungshalle für die Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung gebaut. Allerdings stand von Anfang an fest, dass die Halle nicht in Düsseldorf bleiben würde. So entwarfen die Architekten ein Konstrukt, das vollständig demontiert werden konnte. Nach dem Ende der Ausstellung kam die Jahrhunderthalle dann zurück nach Bochum und wurde auf dem Gelände in Stahlhausen aufgebaut, wo sie noch heute steht. Genutzt hat man die Halle über viele Jahre hinweg als Gebläsemaschinenhalle für die Hochöfen des Bochumer Vereins. Seitdem wurden daran viele Erweiterungen vorgenommen – mittlerweile misst die Jahrhunderthalle eine Fläche von 8900 Quadratmetern. Sie gilt aufgrund ihrer zweckmäßigen Stahlkonstruktion an dem ursprünglichen Gebäudeteil als eines der ersten Gebäude, in dem der Zweck der Architektur den ästhetischen Aspekt überlagerte.

Kuhhirte: Er ist wohl eines der berühmtesten Wahrzeichen der Stadt: Fritz Kortebusch, der letzte städtische Bochumer Kuhhirte. Bis 1877 war es die Aufgabe von Kortebusch, die Kühe und Ziegen der Bochumer Bürger zur Tränke und zu Weide zu treiben. Schon 1908 gab es ein Kuhhirtendenkmal – damals stand es noch an der Propsteikirche. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde es allerdings eingeschmolzen und zur Rüstungsproduktion genutzt. Erst im Jahr 1962 wurde eine Nachbildung des Kuhhirten erstellt – und der steht jetzt an der Bongardstraße.

Lohrheidestadion: Das Stadion an der Lohrheidestraße gibt es seit 1954. Quasi seit der Entstehung spielt dort die Fußballmannschaft der SG Wattenscheid 09. Auch die zweite Mannschaft des VfL trug bis 2015 ihre Heimspiele dort aus. Das Besondere an dem Stadion: Es ist seit 2002 für die Austragung von Leichtathletik-Meisterschaften geeignet. Für rund 5 Millionen Euro wurde das Stadion damals aufgerüstet. 2005 und 2012 fanden dort die Meisterschaften statt. Mehr als 16 000 Menschen haben in dem Stadion in Wattenscheid Platz.