A40 bis Zeiss-Planetarium: Bochum von A bis Z

Zweiter Teil

Wie gut kennen Sie Bochum? Wissen Sie Bescheid, über wichtige Künstler und Personen der Stadt, über die Besonderheiten der alten Gebäude? Im zweiten Teil unserer Reihe „Bochum von A bis Z“ führen wir Ihnen noch einmal vor Augen, was Bochum eigentlich ausmacht.

BOCHUM

, 07.09.2016, 06:57 Uhr / Lesedauer: 4 min
A40 bis Zeiss-Planetarium: Bochum von A bis Z

Bei gutem Wetter kann man vom Tippelsberg aus über die Bochumer Stadtgrenzen hinausblicken.

Marienkirche: Die Kirche, die zum Musikforum wird. Die ehemalige katholische Kirche an der Humboldtstraße wurde zwischen 1868 und 1872 erbaut und im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Seit 2002 ist die Kirche profaniert – das bedeutet, dass hier seitdem keine Gottesdienste mehr stattfinden. Nach langen Diskussionen und einer Zwischennutzung durch die Artistengruppe „Urbanatix“ wurde schließlich beschlossen, die Kirche an das neu gebaute Musikforum anzugliedern, das auf dem Marienplatz neben der Kirche errichtet wird. Das Musikforum, das im Oktober dieses Jahres eröffnet werden soll, wird unter anderem von den Bochumer Symphonikern als Spielstätte genutzt werden. Die Marienkirche wird das Foyer des Forums sein.

Neue Synagoge: Für rund sieben Millionen Euro wurde zwischen 2005 und 2007 die neue Synagoge am Erich-Mendel-Platz errichtet. Dort wo früher die Bochumer Synagoge stand – an der heutigen Huestraße – erinnert noch eine Mahntafel an das Gebäude, das 1939 während der Novemberpogrome zerstört wurde. Die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen ist die zweitgrößte Gemeinde in Westfalen. In Gedenken an den Holocaust werden seit 2004 im gesamten Bochumer Stadtgebiet sogenannte Stolpersteine verlegt, die an die Opfer erinnern.

Oberbürgermeister: Seit dem vergangenen Jahr hat Thomas Eiskirch das Amt des Oberbürgermeisters in Bochum inne. Der 46-Jährige gehört der SPD an, so wie die meisten seiner Amtsvorgänger. Seinen Sitz hat der Oberbürgermeister im Rathaus der Stadt – übrigens eines der wenigen Verwaltungsgebäude, das noch einen Paternosteraufzug besitzt, der bis heute in Betrieb ist und immer wieder Schaulustige ins Rathaus zieht. Perspektive 2022: So lautet der Name der Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das ehemalige Opel-Gelände voranzutreiben und andere Nutzungsmöglichkeiten zu finden. Schon ab 2017 sollen die ersten Grundstücke an Investoren und Projektentwickler weitergegeben werden, verspricht die städtische Initiative auf ihrer Internetpräsenz. Alles was nötig ist, um die Flächen neu zu beleben, soll die Initiative übernehmen: den Abriss der Opel-Gebäude, die Beseitigung von Altlasten sowie die Instandsetzung und Modernisierung der Infrastruktur rund um das Gelände.

Quidditch: Auf einem Kunstrasenplatz hinter der G-Reihe der Ruhr-Universität würde man eigentlich keine magischen Turniere vermuten – doch seit zwei Semestern können die Studierenden der Ruhr-Universität tatsächlich die Sportart, die aus den Harry-Potter-Romanen bekannt ist, auch in Bochum trainieren. Die Fantasie-Sportart setzt sich zusammen aus Elementen von Handball, Völkerball und Rugby und wird – natürlich – auf Besen gespielt.

RuhrTal Bahn: Vor 150 Jahren gab es zum Reisen kaum eine andere Alternative als die Eisenbahn. Ein kleines Stück dieser Nostalgie ist mit der RuhrTal Bahn erhalten geblieben. Auf einer Fahrt durch die „Wiege des Ruhrgebiets“ fahren unterschiedliche historische Eisenbahntypen, in denen die Passagiere vom Eisenbahnmuseum in Dahlhausen bis nach Hagen fahren können. Wer will, steigt an den unterschiedlichen Stationen aus und entdeckt das gesamte Ruhrtal, das schon seit 1800 eine beliebte Touristenattraktion ist.

Serra: An kaum einer Skulptur scheiden sich mehr die Geister als an der von dem Künstler Richard Serra, die vor dem Bochumer Hauptbahnhof steht. 1979 hatte die Stadt Bochum „Terminal“ – so der Name der Skulptur – erworben und auf der Verkehrsinsel vor dem Hauptbahnhof aufstellen lassen. Serra hatte das Werk für die Documenta in Kassel angefertigt. Es war die erste Serra-Skulptur, die im öffentlichen Raum gezeigt wurde. Tippelsberg: Ob es wirklich der Riese Tippulus war, der auf einer langen Reise seinen Schuh von einem Lehmklumpen entfernte und so den Tippelsberg schuf – oder ob es doch nur eine Ansammlung von Schutt aus den gesamten Bahnschächten der U35 ist? Sicher ist jedenfalls: Der Tippelsberg gehört zu den schönsten Aussichtsplätzen in Bochum. Seit 2007 ist der „Berg“ wieder als Naherholungsgebiet zugänglich und ständiger Bestandteil der Route der Industriekultur. Bei gutem Wetter kann man von dort oben aus weit über mehrere Städte des Ruhrgebiets blicken.

Unter Tage: Der alte Bergbaubegriff spiegelt sich auch noch heute an vielen Stellen in Bochum wider: In der Situation Kunst in Weitmar gibt es zum Beispiel das „Museum Unter Tage“. Wer noch weiter hinabsteigen will, der kann sich den Anschauungsstollen im Bergbaumuseum ansehen. Und was heute „Theater Unten“ heißt – die kleine Spielstätte des Schauspielhauses – wird noch heute von vielen Bochumern bei seinem abgelegten Namen genannt: „Theater Unter Tage“ oder kurz: TuT.

VfL: Seit 1848 gibt es den „Verein für Leibesübungen“. Der Klub, für den Bochumer schwärmen. Seit wenigen Wochen erst trägt das Stadion an der Castroper Straße wieder den Namen „Ruhrstadion“ – eine lang ersehnte Rückkehr zu dem Namen, den das Stadion von 1979 bis 2006 innehatte. Wenn auch mit dem Beinamen „Vonovia“. Zehn Jahre lang ging man ins „Rewirpowerstadion“. Eine Umbenennung, die damals für viel Furore sorgte. Derzeit spielt der VfL in der Zweiten Bundesliga. Der Verein hat neben Fußball auch noch viele andere Sportarten, wie zum Beispiel Leichtathletik, Handball und Turnen zu bieten.

Weitmarer Holz: Eines der beliebtesten Naherholungsgebiete in Bochum ist das Weitmarer Holz. Das rund 80 Hektar große Waldgebiet liegt im Süden von Weitmar und lädt ebenso zu Spaziergängen wie zu sportlichen Aktivitäten ein. Außerdem ranken sich einige Legenden um diesen Wald: Angeblich soll im Weitmarer Holz schon lange vor der Erbauung der ersten Zechen Steinkohle abgebaut worden sein. Ein Schweinehirt namens Jörgen soll sie zufällig entdeckt haben – er hatte am Abend ein Feuer in einer Kuhle angezündet und sich am nächsten Morgen darüber gewundert, dass das Feuer noch immer brannte. Außerdem heißt es, dass es im Weitmarer Holz noch bis zum Zweiten Weltkrieg ein Löwengehege gegeben haben soll. Davon ist heute allerdings nichts mehr zu sehen – die vorhandenen Gehege werden von Damwild und Wildschweinen bewohnt.

X-Vision: Bochum birgt viele junge Talente, auch im musikalischen Bereich. Um die zu fördern, hat die Musikschule Bochum das Projekt „X-Vision Ruhr“ ins Leben gerufen. Mit Hilfe von professionellen Lehrern sollen Jugendliche in Workshops die Möglichkeit bekommen, ihre eigenen Songs zu erarbeiten, sich als Band zu präsentieren und ihre eigenen Lieder aufzunehmen. Gegründet wurde die Musikschule im Jahr 1967 und ist eine der größten Musikschulen Deutschlands. Etwa 8000 Menschen werden hier unterrichtet – wie alt man ist, spielt in der Musikschule kaum eine Rolle. Die jüngsten Schüler sind gerade einmal 18 Monate alt. Und auch nach oben ist dem Alter der Musiker keine Grenze gesetzt.

Youtube: Sucht man auf dem Video-Portal nach Bochum, kann man viele Informationen über Bochumer Einrichtungen bekommen. Von der Ruhr-Universität bis zur Hundeschule – ein virtueller und filmischer Blick auf Bochum lohnt sich. Besonders spannend: Auf einem Kanal sammelt ein Nutzer historische Filmbeiträge von, aus und über Bochum.

Zeiss-Planetarium: 20 Meter Durchmesser misst die Kuppel des Planetariums. Seit 1964 gehört die Bochumer Einrichtung zu einer der modernsten auf der ganzen Welt. Wer sich auch im Winter in den Sternenhimmel träumen möchte, ohne dabei auf offenem Feld zu frieren, der geht ins Planetarium. Die Shows des Planetariums sind dafür bekannt, dass sie sehr aufwendig produziert werden.

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