Ab heute wird die Stadt wieder bunt

Wahlplakate

Der Oberbürgermeisterwahlkampf nimmt an Fahrt auf – und mit ihm der Versuch, möglichst viele Wähler anzusprechen. Das machen die Parteien in diesem Jahr mit einem Thema, das in der Vergangenheit immer wieder für Unmut bei den Bochumern gesorgt: Wahlplakate.

BOCHUM

, 01.08.2015, 00:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Bochumer Südring, aber auch an vielen anderen Stellen in Bochum sind die Bäume am Wegesrand mit Wahlplakaten regelrecht zugepflastert. Und nach den Bäumen sind jetzt die Wählerstimmen heiß umkämpft.

Am Bochumer Südring, aber auch an vielen anderen Stellen in Bochum sind die Bäume am Wegesrand mit Wahlplakaten regelrecht zugepflastert. Und nach den Bäumen sind jetzt die Wählerstimmen heiß umkämpft.

Es ist schon erstaunlich, was den Bochumer nach Einschätzung der Politik zu bewegen scheint: Für viele Parteien ist das zu Beginn der heißen Wahlkampfphase in diesem Jahr in Bochum offenbar weder das Schicksal der Flüchtlinge oder gar die finanzielle Situation dieser Stadt, sondern die Wahlplakate. Verantwortlich für das eher ungewöhnliche lokalpolitische Thema ist die Aufregung in sozialen Netzwerken rund um die Kommunalwahl 2014.

Damals ärgerte es viele Bochumer, dass die halbe Stadt nur aus Plakaten zu bestehen schien – die dann auch teilweise noch wochenlang nach der Wahl an den Laternen hingen. Wenn am heutigen Samstag (1.) die Plakate für die anstehende Oberbürgermeisterwahl aufgehängt werden dürfen, soll alles anders sein: Während die CDU mit ihrem Spitzenkandidat Klaus Franz bereits lange vor dem Stichtag prominent auf einer Litfasssäule am Schauspielhaus wirbt, will die Alternative für Deutschland (AfD) gleich ganz auf Plakate verzichten.

Bei der Linken entschied man sich für eine andere Herangehensweise: Alternative Initiativen sollen die Möglichkeit bekommen, für sich zu werben – ein Vorschlag, der im Internet bereits heiß diskutiert wird, weil sich einige Initiativen nicht „instrumentalisieren lassen“ wollen.

2800 Plakate

Die Freien Bürger hingegen reduzieren ihre Plakate in diesem Jahr auf 300, wie die Partei am Freitag mitteilte. Zur gleichen Zeit meldete Radio Bochum, dass Thomas Eiskirch mit 2800 Plakaten für sich werben würde. Eiskirch sorgte auch bereits dafür, dass die Wahlplakate schon wieder Aufreger in den sozialen Netzwerken sind - weil seine Helfer bereits am Freitagabend, also wenige Stunden vor dem eigentlichen Stichtag, in der Stadt plakatierten.

Ob auch noch die schiere Summe zum Ärgernis werden wird, bleibt abzuwarten. In Wattenscheid hängen jedenfalls an der Berliner Straße teilweise alle 90 Meter Plakate von Thomas Eiskirch.

Klaus Franz ist da deutlich zurückhaltender. Der Oberbürgermeisterkandidat der CDU hatte selbst eine Beschränkung von 500 Plakaten pro Partei ins Spiel gebracht - und scheint sich dem ersten Eindruck nach auch daran zu halten.