?Ab und zu Drogen an Kumpels abgegeben?

Eingeständnis rettete die Bewährung

17.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Witten Ein Jahr und neun Monate Haft ? so lautet die Quittung für einen 46-jährigen Wittener, der sich am Mittwoch vor dem Schöffengericht wegen gewerbsmäßigem Handel mit Drogen verantworten musste. Dass die Strafe noch einmal zur Bewährung ausgesetzt wurde, verdankt er seinem weitgehenden Geständnis und der Tatsache, dass er in den letzten zehn Jahren nicht straffällig geworden ist. Angeklagt war der 46-Jährige, weil er zwischen Januar und Dezember 2006 in mindestens sechs Fällen größere Mengen Haschisch, Marihuana und Amphetamine (sog. ?Speed?) bei einem inzwischen zu vier Jahren Haft verurteilten Dealer gekauft hatte. Der Mann räumte die Vorwürfe kleinlaut ein, bestritt aber nachdrücklich, dass es sich dabei monatlich um Mengen über 100 Gramm beim Haschisch und 50 Gramm bei Marihuana und Speed gehandelt habe. ?Ich habe höchstens mal so 15 Gramm für den Eigenbedarf gekauft?, meinte der Angeklagte. Auf keinen Fall habe er damit Handel betrieben, betonte er und handelte sich daraufhin ein Vieraugengespräch mit seinem Verteidiger ein. Denn die polizeilich protokollierten Zeugenaussagen, mit denen Richter Grewer ihn konfrontierte, zeichneten ein ganz anderes Bild. ?Das passt doch alles nicht zusammen!?, ermahnte der Richter den Angeklagten, der nach seinem Gespräch mit dem Verteidiger und einigem Herumdrucksen denn auch zugab, möglicherweise schon mal auch etwas mehr gekauft und ?ab und zu mal was an Kumpels abgegeben? zu haben? Eine Einlassung, die ihm möglicherweise die Bewährung rettete. ?Die Wahrheit liegt wie so oft wohl irgendwo in der Mitte?, meinte der Richter. Er hielt es deshalb für angebracht, den 46-Jährigen der Aufsicht eines Bewährungshelfers zu unterstellen und ihm außerdem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit zur Auflage zu machen. atze