Abschaffung der Kopfnoten

Ein schlechter Zeitpunkt

Die Abschaffung der Kopfnoten führt bei Lehrern im Dortmunder Nordosten zu unterschiedlichen Reaktionen. Wir haben nachgefragt:

EVING/ SCHARNHORST

von Von Petra Frommeyer

, 01.02.2011, 08:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schon am 11. Februar gibt es keine Kopfnoten mehr im Zeugnis.

Schon am 11. Februar gibt es keine Kopfnoten mehr im Zeugnis.

Wenig begeistert waren die Lehrerinnen der Graf-Konrad-Grundschule von dem Aus der Kopfnoten zum jetzigen Zeitpunkt. Viele Zeugnisse waren schon geschrieben, denn das Sozialverhalten ändert sich in den letzten Wochen bei den Kindern nicht, erklärt Ursula Brinkmann, stellvertretende Schulleiterin. Sie ist seit 35 Jahren Lehrerin und könnte sich durchaus vorstellen, dass in begründeten Ausnahmefällen künftig eine Textbemerkung sinnvoll sei. Aber auch sie greift natürlich der Schulkonferenz in diesem Punkt nicht vor.

Thomas Czaja ist Schulleiter an der Hauptschule Scharnhorst und bedauert die Abschaffung der Kopfnoten sehr. "Die Wirtschaft verlangt eine Beurteilung der Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sorgfalt und des Sozialverhaltens. Dazu haben wir immer Rückmeldungen von späteren Arbeitgebern bekommen", sagt er. Auch bei den Schülern – zurzeit 240 – und deren Eltern habe es dazu nie Kritik gegeben. "Das war ja alles sehr transparent, und die Schüler wussten Bescheid", so Czaja. Möglicherweise gebe es die Möglichkeit, dass Sozialverhalten künftig auf einem Beiblatt zu dokumentieren, "aber das kann dann ja auch schon mal leicht verschwinden", fürchtet der Pädagoge.