Abstrakte Fotografie schafft neue Realitäten

Kunstmuseum Bochum

"Im Ausland, vor allem in den USA, ist diese Form der Fotografie viel anerkannter als bei uns", sagt Sepp Hiekisch-Picard. Er ist Kurator der Ausstellung "Das Autonome Bild" im Kunstmuseum Bochum, die sich ganz der abstrakten Fotografie widmet. Fünf Künstler stellen hier einige ihrer Werke aus, "Fotografie, die nicht widerspiegelt, sondern eigene Kunst ist", so Hiekisch-Picard.

BOCHUM

, 24.05.2016, 13:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Match I“ heißt dieses Foto von Miriam Böhm.

„Match I“ heißt dieses Foto von Miriam Böhm.

Gottfried Jäger gilt als Wegbereiter der abstrakten Fotografie in Deutschland. Schon in den 60er-Jahren hat er die abstrakte Fotografie geprägt. Direkt im ersten Ausstellungsraum finden sich zwölf seiner älteren Arbeiten.

Ihnen gegenüber gestellt ist eine Arbeit des jungen Kölner Fotografen Jan Paul Evers, der analog und nur mit fotografischen Mitteln in der Dunkelkammer arbeitet.

Analog und digital

"So werden Fotos zu Originalen", beschreibt Hiekisch-Picard das Besondere an Evers' Arbeiten. Stefan Heyne dagegen fotografiert digital, fertigt immer fünf "Auflagen" seiner Fotos. Seine Arbeiten haben etwas Philosophisches, Heyne stellt sich immer wieder die Frage: "Wann ist ein Bild ein Bild?".

Seine Antwort: "Wenn es eigenständig und dauerhaft wirkt" - ein Anspruch, dem alle Werke der Ausstellung genügen. Auch die Fotografien von Miriam Böhm, die ihre Werke dadurch in Szene setzt, dass sie über den Rahmen hinauszuwachsen scheinen.

Eindrucksvolle Effekte

Besonders eindrucksvoll sind die Arbeiten von Christiane Feser. Ihre "Partitionen" sind überraschend plastisch, Schatten und Winkel erzeugen eindrucksvolle 3D-Effekte.

Feser faltet Papier, immer und immer wieder, fotografiert und schneidet Partien aus dem gedruckten Foto heraus, hebt sie hervor, fotografiert wieder. "Bei meinen Arbeiten geht es um das Material und um den Prozess. Am Ende bin ich dann selbst überrascht, wie das Ergebnis aussieht.

: "Das Autonome Bild: Fünf Konzepte aktueller Fotografie", 21.5. (Eröffnung 17 Uhr) bis 17.7., Kortumstraße 147, Di, Do, Fr, Sa, So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr.

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