Adler fliegt über die Alpen – grandiose Bilder im Kino

"Wie Brüder im Wind"

Die Alpen. Wolken wallen im Zeitraffer über majestätische Gipfel. In der Höhe schwebt ein Adler, der Herrscher der Berge. Wir sehen im Film "Wie Brüder im Wind", wie er einen Marder schlägt, mit dem er die Jungen füttert. Das zweite ist geschlüpft, es konkurriert mit dem älteren Bruder.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 29.01.2016, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Naturnah: Tobias Moretti mit dem Adler

Naturnah: Tobias Moretti mit dem Adler

Futterneid, Fressen und Gefressenwerden. "Wie Brüder im Wind", ein Film aus Österreich, beschönigt nicht, dass in der Tierwelt das Recht des Stärkeren gilt. Gerardo Olivares und Otmar Penker (Regie) lassen die üblichen Verniedlichungen außen vor, auch wenn ihr Film für Kinder ab sechs Jahren freigegeben ist.

Kein Kitsch, aber Poesie

Mutter Natur ist grausam. Füchse sterben, Gemsen sterben, Adler werden von Geschwistern aus dem Nest geworfen. Penker ist ein renommierter Naturfilmer. Man darf annehmen, dass es ihm gegenden Strich ging, süßlichen Kitsch à la Disney zu bebildern. Er bleibtbei der Realität, was nicht heißt, dass dort nicht viel malerische Poesie steckt.

Penker gelingen Aufnahmen, wie man sie selten sieht. Er hat Adler mit Kameras bestückt und aus Drohnen gefilmt. Wer sich Zeit nimmt, braucht keine Computertricks, weil die Natur Spektakel genug ist. Was passiert, wenn ein Adler sich in einer viel zu großen Gemse verhakt? Sie purzeln kopfüber den Hang hinunter.

Keine reine Natur-Doku

"Wie Brüder im Wind" ist keine reine Natur-Doku, sondern ein Spielfilm, dessen Handlung ein wenig aufgepfropft wirkt. Lukas (Manuel Camacho) lebt mit seinem griesgrämigen Vater (Tobias Moretti) in den Bergen. Er findet ein verstoßenes Adlerjunges und zieht es groß. Ein Förster (Jean Reno) fungiert als allwissender Erzähler der Freundschaft zwischen Mensch und Greif, manchmal in Form blumiger Kalendersprüche.

Die Figuren haben das Profil eines Holzschnittes, der Vater-Sohn-Konflikt bleibt eine Hilfskonstruktion. Das Pfund, mit dem der Film wuchert, sind die grandiosen Bilder. Mit süffiger Musik garniert, werden sie zur Ode an Freiheit und Wildnis, die auch Kinder gut verstehen.

 

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