Ägyptische TV-Moderatorin ruft zum Mord an Homosexuellen auf: „Lebendig verbrennen“

Islamismus

Eine ägyptische Moderatorin ruft in einer TV-Sendung zum Mord an Homosexuellen auf. Man solle sie „lebendig verbrennen, von Gebäuden werfen“ oder „steinigen“, sagt sie.

Kairo

01.07.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
In einer Sendung hetzt eine ägyptische TV-Moderatorin gegen Schwule und Lesben.

In einer Sendung hetzt eine ägyptische TV-Moderatorin gegen Schwule und Lesben. © picture alliance / Gregor Fische

Das Video einer ägyptischen TV-Sendung erschüttert die Welt. Moderatorin Hala Samir spricht in ihrer Sendung Mitte Juni in grauenhafter Art und Weise über Schwule und Lesben. In ihrer Show im TV-Sender „Watan TV“ spricht sie davon, homosexuelle Menschen zu töten.

„Ibn Abbas zitierte den Propheten Muhammad mit den Worten: ,Wenn Sie Männer finden, die an einer homosexuellen Handlung beteiligt sind, töten Sie sowohl den aktiven als auch den passiven! Fragen Sie nicht: Sind Sie aktiv oder passiv? Töte einfach beide!“ Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) mit Sitz in Washington hat die deutlichen Worte übersetzt.

Aufruf zum Mord

Die Moderatorin begründet ihre Aussagen mit ihrem Glauben. Die Gefährten des Propheten Muhammads wären sich einig gewesen, Homosexuelle zu töten. Nur über die Art wären sie unterschiedlicher Meinung gewesen. Hala Samir zählt die verschiedenen Methoden auf. Man könne sie „lebendig verbrennen, von Gebäuden werfen“ oder „steinigen“. Das gelte genau so für Männer als auch für Frauen: „Die islamischen Gelehrten haben einstimmig gesagt, dass Lesbianismus verboten ist“, behauptet sie.

Der deutsch-israelische Psychologe und Autor Ahmad Mansour weist via Twitter darauf hin, dass der TV-Sender der „‚gemäßigten‘ ägyptischen Muslimbruderschaft in der Türkei Erdogans Schutz genießt.“ Den Worten der Moderatorin nach seien schon in der Vergangenheit viele Verbrechen von IS-Anhängern an homosexuellen Menschen verübt worden, schreibt er.

Homosexualität ist rund um Ägypten und im Nahen Osten immer noch verpönt. Gegner gehen nicht selten mit Gewalt gegen Schwule und Lesben vor, die mit Morden enden kann.

RND

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