Ärger im Straßenverkehr? Website verspricht Abhilfe

fahrerbewertung.de

Drängeln, motzen, rasen: Im Straßenverkehr herrscht trotz eindeutiger Regeln häufig noch Anarchie. Opfer von Rasern, Dränglern oder einfach nur unfreundlichen Fahrern können nun auf einer Website zurückschlagen. fahrerbewertung.de soll für ein freundlicheres Miteinander im Straßenverkehr sorgen. Ein hehres Ziel.

Dortmund

, 03.04.2014, 10:19 Uhr / Lesedauer: 3 min
Ärger im Straßenverkehr? Website verspricht Abhilfe

Drängeln größte Gefahr
Autofahrer halten vor allem rasende Drängler für eine große Gefahr auf Autobahnen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor. Demnach halten sieben von zehn Befragten (70 Prozent) Autos, die zu dicht auffahren, für das größte Risiko, das durch eine zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit entsteht. Auch Spurwechsel (57 Prozent), Staus (48 Prozent) und Baustellen (43 Prozent) gelten Autofahrern als Gefahren, die sie mit zu hohem Tempo in Verbindung bringen. Auf Landstraßen sieht die Situation anders aus: Dort entsteht das größte Risiko durch zu hohe Geschwindigkeit aus Sicht der Befragten bei Überholmanövern (73 Prozent). Auch Kurven (59 Prozent) und Wildwechsel (59 Prozent) werden als problematisch angesehen. 

Es dauert etwa ein halbes Jahr, bis "fahrerbewertung.de" fertig ist. Ein Nebenbei-Projekt, das aus Spaß an der Freude entsteht. "Unser Geld verdienen wir mit unseren anderen Seiten", sagt Wolter. handytarife.de, finanzcheck.com, solche Sachen. Auf fahrerbewertung.de habe das Team einfach Lust gehabt, es gebe noch keinen Business-Plan oder ähnliches, lediglich mit Anwälten habe man vorher über den Datenschutz gesprochen. Wolter und Co. wussten also, dass es kontroverse Debatten geben würde. Auf fahrerbewertung.de können Autofahrer oder Fußgänger nämlich andere Autofahrer anhand ihres Kennzeichens bewerten. Wenn Sie also demnächst geschnitten oder genötigt werden, könnten Sie Ihren Frust auf fahrerbewertung.de abbauen, statt ihn in aggressivem Fahrverhalten zu kanalisieren. Natürlich darf auch positiv bewertet werden.

"Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, damit es im Straßenverkehr wieder etwas freundlicher zugeht", sagt Wolter. Auf der einen Seite sei es sicherlich besser, eine Bewertung im Netz abzugeben, als sich aufzuregen, "auf der anderen Seite bringt unsere Seite Fahrer mit einer negativen Bewertung vielleicht auch mal zum Nachdenken über ihr Fahrverhalten."

Drängeln größte Gefahr
Autofahrer halten vor allem rasende Drängler für eine große Gefahr auf Autobahnen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor. Demnach halten sieben von zehn Befragten (70 Prozent) Autos, die zu dicht auffahren, für das größte Risiko, das durch eine zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit entsteht. Auch Spurwechsel (57 Prozent), Staus (48 Prozent) und Baustellen (43 Prozent) gelten Autofahrern als Gefahren, die sie mit zu hohem Tempo in Verbindung bringen. Auf Landstraßen sieht die Situation anders aus: Dort entsteht das größte Risiko durch zu hohe Geschwindigkeit aus Sicht der Befragten bei Überholmanövern (73 Prozent). Auch Kurven (59 Prozent) und Wildwechsel (59 Prozent) werden als problematisch angesehen. 

Ob das so ist, muss sich noch zeigen. Seit zwei Wochen macht die Bonner Agentur ein bisschen Pressearbeit für ihre Seite, schon schnellen die Bewertungen in die Höhe: 80.000 seien es seitdem gewesen, "wir haben wohl einen Nerv getroffen", so Wolter.

Nicht nur bei Autofahrern schlug fahrerbewertung.de ein, auch bei Juristen wird das Portal diskutiert. Der Social-Media-Rechtsexperte Stephan Dirks bezeichnet die Seite als Reaktion auf gegenteilige Aussagen eines Datenschutzbeauftragten aus Schleswig-Holstein

. Bei ähnlichen Portalen wie etwa spickmich.de hätten die Gerichte "landauf, landab" so entschieden.

Ebenfalls geschützte Meinungsäußerung ist übrigens, dass Dirks fahrerbewertung.de als "überflüssig" bezeichnet. Auch das wird sich zeigen. Als digitaler Pranger dient fahrerbewertung.de jedenfalls nicht. Es gibt kein Ranking, in dem eingesehen werden kann, wer zum Beispiel der schlechteste Fahrer Deutschlands ist. Nur wer das Kennzeichen eines Autos kennt, kann nachschauen, wie es zuvor bewertet wurde.

"Wir haben bewusst einiges weggelassen. Digitale Shitstorms sind nicht möglich", sagt Wolter dann auch. "Man kann weder das gleiche Kennzeichen zweimal bewerten noch seinen Freunden Bescheid geben, damit sie ein Kennzeichen mehrfach schlecht bewerten." Ab einer bestimmten Anzahl von Bewertungen in einem kurzen Zeitraum werde die Möglichkeit zur Bewertung gesperrt. Ein paar nette Tabellen gibt es aber trotzdem. Porsche-Fahrer sind demnach deutlich negativer bewertet worden, als Fahrer, die mit einem Suzuki unterwegs waren. Wohnmobil-Fahrer können dem Ranking zufolge als freundliche Verkehrsgenossen gelten, wohingegen man um Taxi-Fahrer eher einen Bogen machen sollte. Dass das keine repräsentativen Daten sind, wissen die Betreiber der Seite aber auch.

Ohnehin ist der Name der Seite natürlich irreführend. Bewertet wird das Fahrverhalten des jeweiligen Fahrers, angezeigt wird am Ende aber die Durchschnittsnote des Fahrzeughalters. Ein Problem, das nicht zu lösen ist. Es wird also spannend zu sehen sein, ob fahrerbewertung.de wirklich zu einem freundlicheren Miteinander im Straßenverkehr führt oder ob der Kollege demnächst wutentbrannt ins Büro gerannt kommt und über die schlechte Bewertung seines Kennzeichens schimpft.