Ärztin bestätigt Verletzungen bei 16-Jähriger

Vergewaltigungsprozess

Blaue Flecken, Würgemale und Verbrennungen: Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Internet-Vergewaltiger aus Bochum sind am Dienstag Details über die Verletzungen der 16-jährigen Schülerin bekannt geworden. Trotzdem ist der mutmaßliche Täter erst einmal auf freiem Fuß.

BOCHUM

05.05.2015, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine Rechtsmedizinerin hatte bei der Jugendlichen eine Vielzahl von Hinweisen gefunden, die auf brutale Gewalt hindeuten. „Das Gesicht war geschwollen, das rechte Trommelfell gerissen“, sagte die Ärztin vor dem Bochumer Landgericht.

Außerdem habe sie Hämatome am ganzen Körper festgestellt – auch an den Innenseiten der Oberschenkel. „Das sind in der Regel Begleitverletzungen sexualisierter Gewalt.“ Zusätzlich gebe es Brandverletzungen, die drauf hinweisen würden, dass auf der Haut der Schülerin eine Zigarette ausgedrückt worden sei. Dass sie gewürgt wurde, stehe auch ziemlich sicher fest.

Klein-Darsteller im TV

Wie berichtet, hatte der 36-jährige Angeklagte die 20 Jahre jüngere Schülerin über das Internet kennengelernt und nach Bochum eingeladen. Am Bahnhof empfing er sie – ganz Kavalier – mit einer Rose. Was danach passierte, ist unklar. Die Anklage spricht von einem dreitägigen Martyrium, doch es gibt Zweifel. Nach der nicht öffentlichen Vernehmung der Schülerin wurde der Angeklagte wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Seitdem ist er auf freiem Fuß.

Die schweren Vorwürfe hat der Bochumer von Anfang an bestritten, Schläge allerdings zugegeben. Dabei präsentierte er sich vor Gericht mit immer anderen Gesichtern – mal aufbrausend und empört, mal ruhig und verständnisvoll. Schauspielerei?

Könnte sein. Das Metier liegt ihm auf jeden Fall nicht fern. Nach eigenen Angaben stand er schon mehrfach vor der Kamera – unter anderem bei der von RTL II ausgestrahlten TV-Reality-Soap „Köln 50667“. Seine angebliche Tagesgage soll 150 Euro betragen haben. Der Prozess wird fortgesetzt.