AfD-Fraktionschef Wagner ließ seine Familie vorzeitig impfen

Impfvordrängler-Debatte

Der Chef der AfD-Fraktion im NRW-Landtag Markus Wagner steht erneut im Fokus der „Impf-Vordrängler“-Debatte. Medien gegenüber bestätigte er die Impfung seines minderjährigen Sohnes.

Düsseldorf

28.02.2021, 14:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der AfD-Fraktionschef Markus Wagner ist nicht nur selbst bereits geimpft - sondern auch mehrere seiner Familienmitglieder.

Der AfD-Fraktionschef Markus Wagner ist nicht nur selbst bereits geimpft - sondern auch mehrere seiner Familienmitglieder. © picture alliance/dpa

In der „Impf-Vordrängler“-Debatte ist AfD-Fraktionschef Markus Wagner nach Impfungen von Familienangehörigen erneut in den Fokus gerückt. Der NRW-Fraktionsvorsitzende (56) hatte dem WDR bereits mitgeteilt, er und seine Frau seien geimpft worden. Wagner ist geschäftsführender Gesellschafter einer Einrichtung der Eingliederungshilfe für psychisch Erkrankte im Kreis Minden-Lübbecke.

Sohn des AfD-Politikers war noch längst nicht an der Reihe

Nach Angaben des WDR-Politmagazins „Westpol“ vom Sonntag bestätigte Wagner nun auch eine Impfung seines 16 Jahre alten Sohnes und seiner Schwiegermutter (81) in seiner Sozialeinrichtung. Sein Sohn arbeite immer wieder in der Einrichtung mit, habe etwa mit Bewohnern gebastelt oder den Hausmeister unterstützt, zitierte „Westpol“ den AfD-Politiker via Twitter.

Kein anderer Bewohner oder Mitarbeiter habe dadurch auf eine Impfung verzichten müssen. Nach festgelegter Impfpriorität gehören 16-Jährige erst in die Gruppe vier, der Jugendliche wäre demnach noch längst nicht an der Reihe.

FDP-Abgeordneter trat bereits zurück

Am Donnerstag hatte der FDP-Abgeordnete Ralph Bombis mitgeteilt, er lege alle politischen Ämter mit sofortiger Wirkung nieder und werde bei der nächsten Landtagswahl nicht mehr kandidieren.

Er und seine Frau waren wegen ihrer Arbeit bereits geimpft worden. Bombis führt drei Senioren- und Pflegeheime. Die aktuelle Impfverordnung sieht weder Strafen noch Bußgelder für „Vordrängler“ vor. Wagner war für eine dpa-Anfrage zunächst nicht zu erreichen.

dpa

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