AfD-Youtuber vergleicht Corona-Impfung mit Zyklon B – die Partei will ihn nun rauswerfen

Skandal-Video

Österreichs Behörden ermitteln gegen den Youtuber Stefan Bauer nach einem skandalösen Video aus der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Bauer vergleicht den Corona-Impfstoff mit dem Giftgas Zyklon B.

von Jan Sternberg

, 09.03.2021, 14:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Gedenkstätte im ehemaligen KZ Mauthausen. Hier hatte Stefan Bauer das Video gedreht.

Die Gedenkstätte im ehemaligen KZ Mauthausen. Hier hatte Stefan Bauer das Video gedreht. © picture alliance/dpa/APA

Der bayerische AfD-Youtuber Stefan Bauer hat in der österreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen ein Video gedreht, in dem er Corona-Impfstoffe mit dem Giftgas Zyklon B vergleicht. Zyklon B wurde von den Nationalsozialisten für den industriellen Massenmord eingesetzt. Die österreichischen Behörden ermitteln gegen Bauer.

In dem einminütigen Video, das er auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichte, sagt Bauer, er hoffe nicht, „dass jemand vorhat, hier wieder Konzentrationsläger (sic) einzurichten, auch nicht für Leute, die die Impfung verweigern oder die sich nicht testen lassen wollen“.

Bauer ist in der Querdenken-Szene aktiv und gut vernetzt. Er war zudem Schriftführer im AfD-Kreisverband Rosenheim und Stadtratskandidat. Zurzeit ist er einfaches AfD-Mitglied.

Nach dem Mauthausen-Video will die Partei ihn nun loswerden. Sowohl der Landesverband Bayern als auch die Bundespartei wollen nach Informationen des Redaktions­Netzwerks Deutschland (RND) Bauer so schnell wie möglich aus der AfD ausschließen.

AfD-Chef Jörg Meuthen sagte dem RND: „Wer solche vollkommen absurden und zutiefst abstoßenden Vergleiche zieht, noch dazu an einer Gedenkstätte der Gräueltaten der Nationalsozialisten, kann und darf in unserer Partei nicht geduldet werden. Es muss nun ein zügiger Ausschluss dieses Mannes aus der Partei erfolgen.“

In Österreich schlägt der Clip hohe Wellen

In Österreich schlägt der Clip des AfD-Mannes hohe Wellen: „Der Vergleich des Covid-19-Impfstoffs mit dem Gift Zyklon B, das Millionen von Menschen den Tod gebracht hat, ist nicht nur das Verbreiten von Verschwörungs­theorien, sondern widerwärtig und kriminell“, erklärte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). „Wir sehen hier eine Form des Geschichts­revisionismus, die dazu beiträgt, die Verbrechen des National­sozialismus zu relativieren und zu verharmlosen.“

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