Agard-Aktivisten pflegen den Hauptfriedhof

Seit 25 Jahren

Seit 25 Jahren sind die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Amphibien- und Reptilienschutz (Agard) schon auf dem Hauptfriedhof aktiv.

BRACKEL

von Von Felix Püschner

, 27.02.2011, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heinz Heitland (auf der Leiter) und Herbert Stelzner hängen am Hauptfriedhof Nistkästen auf.

Heinz Heitland (auf der Leiter) und Herbert Stelzner hängen am Hauptfriedhof Nistkästen auf.

Und die Bilanz kann sich durchaus sehen lassen. Zwar können die Friedhofsbesucher dem Ruf des Kuckucks seit einigen Jahren ebenso wenig lauschen wie den Lauten von Feldlerche und Haussperling, doch sorgen andere Arten verstärkt für Aufsehen: zum Beispiel Buntspecht, Zaunkönig und Mäusebussard. Zu verdanken ist dies vor allem der Arbeit der Naturschützer. Dessen ist sich auch Karl-Heinz Czierpka bewusst. „Wir wissen, dass die Agard hier eine tolle Arbeit leistet. Daher fördern wir sie auch gerne“, so der Bezirksbürgermeister.

So konnten mit Finanzspritzen aus der Bezirksvertretung (BV) vier Laichgewässer angelegt sowie die Aktion Bodenbrüterschutz durchgeführt werden. Dass diese Maßnahmen entscheidenden Einfluss auf die Tierwelt genommen haben, betonte Naturschützer Heinz Heitland: „Natürlich sind einige Arten verschwunden. Aber wenn wir hier in den letzten Jahren nichts getan hätten, wäre der Verlust mit Sicherheit deutlich größer ausgefallen.“ Allein die Nistkästen seien derzeit zu rund 95 Prozent besiedelt, und auch die Laichgewässer erfreuten sich bei den Tieren großer Beliebtheit. Vor allem Grasfrosch und Teichmolch haben die Tümpel der Nachbargärten mittlerweile verlassen und auf dem Hauptfriedhof ein neues Zuhause gefunden.

Nur der Autoverkehr ist den Agard-Aktiven ein Dorn im Auge. Zwar können Besucher zur Grabpflege seit drei Jahren die friedhofseigenen Elektrofahrzeuge nutzen, doch wird diese Möglichkeit laut Heitland viel zu selten genutzt. „Die meisten fahren immer noch mit ihrem Privatwagen durch den Haupteingang, um zu den Gräbern zu kommen. Dabei gibt es hier so viele Parkmöglichkeiten und Eingänge, dass der Fußweg für niemanden zu weit sein dürfte“, so der Naturschützer. Der Autoverzicht auf dem Friedhof käme nicht nur der Natur zugute, sondern würde auch der Sicherheit der Spaziergänger dienen.