Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Neues Modell für Notdienst

Ahaus/Heek/Legden Auf komplett neue Beine wird der ärztliche Notdienst an Wochenenden und Feiertagen ab Januar 2008 gestellt: Zentrale Anlaufstelle für alle Notdienst-Patienten aus Ahaus, Heek, Legden und Schöppingen wird dann eine neue Praxis im St. Marien-Krankenhaus sein.

02.11.2007

Neues Modell für Notdienst

Dr. Bernd Nünning

Dort werden im Wechsel zwei Ärzte zur Verfügung stehen, von denen einer über einen Ruf- und Fahrdienst für Hausbesuche auch mobil ist.

Ansgar Wolf (Bild links), Allgemeinmediziner in Legden und Vorsitzender des eigens gegründeten Vereins "Notfallpraxis Ahaus" als Träger, erläutert warum: "Der überwiegend hausärztlich betreute Notdienst hat dann eine feste, allen bekannte Anlaufstelle, und bei akuten Fällen sind die Wege zur stationären Versorgung im Krankenhaus kurz." Ein weiterer Hintergrund sei, die ländlichen Bereiche für den ärztlichen Nachwuchs wieder attraktiver zu machen, denn für eine Praxis in kleineren Gemeinde wie Legden fielen nach bisheriger Regelung pro Jahr um die 20 Wochenenddienste an. Diese hohe Zusatzbelastung werde nun besser verteilt, der "Job" somit familienfreundlicher.

Umfang und Qualität der Versorgung sieht Wolf durch die Umstellung nicht gefährdet, wie die Erfahrungen mit zentralen Notfallpraxen etwa in Coesfeld oder Rheine zeigten. Es gibt allerdings auch Kritiker des neuen Modells, zum Beispiel in Person von Dr. Bernd Nünning aus Heek, der wiederholt vor dem drohenden Ärztemangel auf dem Land gewarnt hat: Er sieht in der Einrichtung einer zentralen Notfallpraxis in Ahaus einen weiteren Schritt zur Aushöhlung der Grundversorgung in den ländlichen Gebieten. Dem widerspricht Dr. Dr. Nikolaus Balbach, Vorsitzender des Ärztevereins im Altkreis Ahaus: "Ich bin nicht der Meinung, dass die Notdienst-Versorgung gefährdet ist, sie wird lediglich auf eine andere Basis gestellt." Dass die komfortable Versorgung vor Ort in der jetzigen Form nicht mehr aufrecht zu erhalten ist, räumt er allerdings ein: "Die Patienten müssen tatsächlich längere Wege in Kauf nehmen."

Standort sichern

Dies aber werde demnächst generell der Fall sein, ergänzt Ansgar Wolf, falls sich keine jüngeren Kollegen mehr für die Praxen "auf dem Dorf" fänden. Und: Die Notfallpraxis im Krankenhaus sei eine Maßnahme im Vorgriff, um Ahaus als Zentrale für den Nordkreis zu sichern. mel

Bevor eine Telefon-Hotline eingerichtet ist, können Fragen zum ärztlichen Notdienst per E-Mail gestellt und beantwortet werden: notfallpraxisahaus@web.de.

Neues Modell für Notdienst

<p>Bald Anlaufstelle für alle Notdienst-Patienten: das Ahauser Krankenhaus. Elfering</p>

Lesen Sie jetzt