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AHE ist mit der Wittener Biogasanlage zufrieden

Zwischenbilanz

Seit neun Monaten ist die Biogasanlage des Entsorgungsunternehmens AHE in Betrieb. Sie hat seitdem aus 30.000 Tonnen Biomüll des EN-Kreises 2,3 Millionen Kubikmeter Gas gewonnen und in 4,9 Millionen Kilowattstunden Strom verwandelt - eine gute Bilanz. Einen Störfaktor gibt es jedoch.

ANNEN

von Von Susanne Linka

, 05.12.2013
AHE ist mit der Wittener Biogasanlage zufrieden

AHE-Geschäftsführer Klaus Erlenbach mit dem Messgerät, das den Methangas-Gehalt des produzierten Gases misst. Die Ausbeute der ersten Tage ist überraschend gut.

„Er fließt ins Netz der Stadtwerke Witten“, erklärte AHE-Geschäftsführer Klaus Erlenbach Anfang Dezember. Mit ihren Zahlen liege die Biogasanlage gut im Plan. Überhaupt sei er zufrieden mit der Anlage und ihrer zehnköpfigen Mannschaft. Die Schwierigkeiten, die zunächst mit der Geruchsbelästigung aufgetreten waren, seien gelöst: „Das Problem war das Material, das wir im Frühjahr zunächst draußen zwischengelagert hatten“, sagt Erlenbach. Da sei es verrottet und habe eben ausgedünstet. Wie schon im Frühjahr falle auch jetzt wieder sehr viel Grünschnitt an. „Nur lagert der jetzt in der Halle. Wir haben dazu gelernt und an der Vergärungsanlage dafür Platz geschaffen.“

Ein Problem seien neben dem Abfall, der eigentlich nicht in den Biomüll gehört, auch die im Handel erhältlichen Biomüllbeutel. Sie zersetzen sich nicht schnell genug, denn in der Biogasanlage wird das Material nach spätestes 21 Tagen verwertet. So bleiben die handelsüblichen Säcke in der Biogasanlage ein Störstoff. „Wenn unser Zerkleinerer die Beutel bearbeitet hat, sind die kleinen Fetzen sehr schwierig wieder aus dem Biomüll herauszuholen“, erklärt der Geschäftsführer. Es sei sehr kostenaufwendig, sie auszusortieren: „Kompost mit Plastikschnipseln hat der Landwirt, auf dessen Feldern das Material möglicherweise aufgebracht wird, auch nicht so gerne.“Aus diesem Grund bietet AHE auch eigene Säcke an, die besser kompostierbar sind, aber auch teurer. „Es ist viel besser, Zeitungspapier zu verwenden“, rät Erlenbach daher. Jeder einzelne Bürger profitiere, wenn er den Biomüll rein hält durch niedrigere Restmüllgebühren.

Aus dem Biomüll, den die Anlage verarbeitet hat, sind bislang zwischen 15 000 und 16 000 Tonnen Kompost entstanden. Sie sollen vermarktet werden. Das rechnet sich aber noch nicht. Derzeit gibt AHE den Kompost an Landwirte im Kreis in der Regel gegen kleines Geld ab, um sie von seinem Nutzen als Dünger zu überzeugen. Da davon aber vermutlich frühestens die zweite, wenn nicht erst die vierte Fruchtfolge profitiere, brauche das neue Produkt noch Zeit, sich zu etablieren, erklärt Erlenbach. Etwas schneller könnten sich die Flüssiggährreste aus der Biogasproduktion zu Geld machen lassen: „Sie wirken direkt auf die Wurzeln ein.“ Da sehe der Landwirt den Nutzen rasch, erklärt Erlenbach.

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