Aldi geht, ein neuer Discounter kommt

Mengeder Straße

Ein Supermarkt schließt. Ist doch normal, könnte man sagen. Geschäfte kommen und gehen. Doch dass ein Supermarkt schließt, ist durchaus ein schwerer Eingriff in die soziale Struktur eines Vorortes. Deshalb traf diese Nachricht viele Menschen in Nette sehr hart: Der Aldi an der Mengeder Straße macht am 14. Januar dicht.

NETTE

, 02.01.2017, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Aldi-Markt an der Mengeder Straße schließt am 14. Januar. Es gibt aber schon Pläne für einen Nachmieter.

Der Aldi-Markt an der Mengeder Straße schließt am 14. Januar. Es gibt aber schon Pläne für einen Nachmieter.

Vielen Senioren ist es wichtig, zu Hause alt zu werden. Dabei hängt ihre Selbstständigkeit nicht nur von ihrer eigenen Gesundheit ab oder der Höhe der Rente, sondern auch vom Umfeld. Befindet sich in fußläufiger Entfernung vom Eigen-Heim kein Supermarkt, dessen Preise zur Geldbörse passen, ist die Selbstständigkeit in Gefahr.

Beängstigende Gerüchte

Diese Gedanken mögen viele Netter gehabt haben, als ihnen beim Einkaufen in dem Discounter ein kleiner Handzettel überreicht wurde, der sie über das Ende des Marktes informierte. Da tröstet auch der Gedanke nicht, dass nebenan ein Rewe-Markt steht. Denn wenn der Standort so schlecht ist, dass der eine Markt schließt, wie lang hält dann der andere durch? Beängstigende Gerüchte machten in den vergangenen Tagen die Runde in Nette.

Gerüchte, die glücklicherweise keine Grundlage haben: „Das ist alles keine Katastrophe“, beschwichtigt Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch die Sorgen. Er weiß, dass nicht schlechte Umsätze Aldi dazu bewegt haben, den Standort Nette zu verlassen. Ingo Gebhard, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi, formuliert es in einer E-Mail so: „Im Stadtbezirk Dortmund-Mengede halten wir zwei moderne Standorte zur Sicherung der Nahversorgung für zukunftsfähig.“ Gemeint sind der Markt an der Siegburgstraße und die Anfang Dezember an der Bodelschwingher Straße in Bodelschwingh eröffnete Filiale. Die Verkaufsstelle in Nette wird damit in der Konzernstrategie überflüssig und wird aufgegeben.

Zeit für eine Folgelösung

Der Vermieter der Immobilie weiß laut Tölch schon fast seit einem Jahr von der Aldi-Entscheidung. Zeit genug, eine Folgelösung zu finden. Und deshalb kann Wilhelm Tölch in Absprache mit dem Investor verkünden: „Der Markt bleibt nicht lange leer, es wird ein anderer Discounter einziehen.“ Welcher Discounter das ist, wird momentan noch nicht verraten, und wann er einzieht, steht auch noch nicht fest.

Und zwar dehalb: Aldi verlässt das Gebäude zwar am 14. Januar, der Mietvertrag läuft aber bis Ende März. Spätestens dann beginnen die umzugvorbereitenden Arbeiten. „Wenn Aldi es zulässt, geht es aber auch schon früher“, spekuliert Bezirksvertreter Thomas Tölch. Und auch auf den Rewe-Markt kommen Bauarbeiten zu. „Der will seine Verkaufsfläche erweitern“, sagt Thomas Tölch. „"Von wegen schlechter Standort, das Frühjahr wird eine Verbesserung des Angebotes für den Ortsteil Nette mit sich bringen.“ 

Aldi betreibt Stand November 2016 deutschlandweit mehr als 10.000 Filialen. Damit sind Aldi Nord und Aldi Süd Marktführer in der Discounter-Branche.Laut Online-Filialsuche betreibt Aldi Nord in Dortmund 30 Filialen, darunter jeweils eine in den westlichen Stadtteilen Kirchlinde, Oespel, Marten, Dorstfeld, Huckarde, Bodelschwingh und Mengede. In der Innenstadt gibt es vier Filialen. Der Aldi in Nette und die Filiale an der Bodelschwingher Straße hier noch bzw. schon mitgerechnet. Der einzige Stadtteil, in dem es mehr als eine Filiale gibt, ist Aplerbeck im Süden der Stadt (drei).

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