Alexander Calvelli - Maler der vergänglichen Welt

Ausstellung Henrichshütte Hattingen

Er ist einer der letzten seiner Art. Alexander Calvelli (Foto) ist Industriemaler - und ein meisterhafter noch dazu. Das LWL-Museum Henrichshütte Hattingen widmet dem Kölner Künstler jetzt unter dem Titel "Schmelzpunkte" eine große Schau mit 166 Arbeiten.

HATTINGEN

, 16.08.2016, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kaum jemand kennt die Relikte des Reviers so gut wie dieser zurückhaltende Maler. Seine Stadtpläne sind übersät mit Markierungen. "Ich male eine vergängliche Welt", sagt er. Viele Gebäude, die er festgehalten hat, sind schon wieder fort. Überbaut, abgerissen oder an mangelnder Pflege zugrunde gegangen.

Faszinierende Industriekultur

Was Ruhrgebietsmenschen an der Industriekultur fasziniert, ihre einstige Größe und die Ästhetik ihres Verfalls, steckt in diesen Werken. Doch die präzisen Zeichnungen und Gemälde sind mehr als nur Dokumente einer vergehenden Welt. Durch Änderungen am Motiv, Licht und subtile Farbwahl erfasst der Künstler das Eigentliche einer Maschine, so als wäre sie ein Wesen mit Charakter, und das Eigentliche einer Szene, so als wäre der Betrachter beim Hochofen-Abstich dabei. Sein Ruf hat Calvelli auch die Türen zu modernen Industrieanlagen geöffnet. Sehenswert!

Das Museum präsentiert die Schau im Bessemer-Stahlwerk von 1870. Museumsleiter Robert Laube hofft, diesen interessanten Komplex und die daneben liegende grüne Trockengasreinigung auf längere Sicht sanieren und umfangreich nutzen zu können.

Henrichshütte Hattingen: "Schmelzpunkte", bis 23.10.2016, Di-So 10-18, Fr bis 20 Uhr, Werksstraße 31-33, Katalog 14,95 Euro.