Alice rennt gegen die Uhr durch das Wunderland

Im Kino

War Tim Burtons "Alice im Wunderland" ein poppig bunter, psychedelisch angehauchter Trip mit albtraumhaften Zügen, so lässt sich die Fortsetzung als Ausschmückung des Zeitreise-Motivs beschreiben. Surreal und fantastisch, doch nicht so bedrückend bizarr wie Teil eins.

31.05.2016 / Lesedauer: 2 min
Alice rennt gegen die Uhr durch das Wunderland

Alice (Mia Wasikowska) will ihrem Freund, dem Hutmacher (Johnny Depp), helfen.

Burton fungiert bei "Alice - Hinter den Spiegeln" als Produzent, im Regiestuhl saß James Bobin. Mia Wasikowska spielt wieder die junge Alice, die von einer Seefahrt nach China heimkehrt und merkt, dass die Stutzer vom britischen Landadel sie als dummes Gör belächeln.

Dabei haben ihre Reisen aus Alice eine selbstbewusste Frau gemacht. Dass sie Mumm hat, wird sie beweisen.

Durch einen Spiegel zurück ins Wunderland

Ein Schmetterling leitet sie durch einen Spiegel zurück ins Wunderland, wo alte Freunde wie Märzhase, Haselmaus und die Zwillinge Diedeldum und Diedeldei warten. Der Hutmacher (Johnny Depp) ist krank vor Kummer, weil ihm seine Familie fehlt. "Sie ist nicht tot, sie lebt", beteuert er.

Um das herauszufinden, reist Alice in die Vergangenheit. Dem Hüter der Zeit (Sacha Baron Cohen) mopst sie eine magische Kugel, die sie durch das Meer der Zeit ins Gestern katapultiert.

Visuell aufpoliert

So besorgt sich die Geschichte den passenden Vorwand für eine prächtige Trick- und Ausstattungs-Orgie in 3D: In der Kathedrale der Zeit ticken die Lebensuhren, kleine Dampfroboter schmieren das Getriebe des Welt-Chronografen.

Schauwerte satt - barocke Bildtableaus, viktorianische Kostüme, "Steampunk"-Apparaturen. Alice trifft die Herzkönigin (Helena Bonham Carter), die nicht immer eine neurotische Ziege war.

Sie findet den Hutmacher und seine Familie. Im Rennen gegen die Uhr muss sie die Gegenwart vor dem Rost der Zeit retten. Unterhaltsam, visuell extrem aufpoliert, hübsch anzusehen.