Alina Kautz ist Wittens einzige Schornsteinfegerin

Beruf "Glücksbringerin"

Sie ist jung, dynamisch, voller Ideen und bildhübsch. Und sie steigt den Wittenern unermüdlich auf das Dach oder klettert in die Heizungskeller. Alina Kautz (24) ist Schornsteinfegerin. Ganz frisch gebacken. Und sie ist die einzige Frau in der Ruhrstadt, die bislang diese Männerzunft für sich erobert hat.

WITTEN

von Von Barbara Zabka

, 30.12.2011, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wittens erste und einzige Schornsteinfegerin A. Kautz.
Foto: Barbara Zabka

Wittens erste und einzige Schornsteinfegerin A. Kautz. Foto: Barbara Zabka

Überhaupt hat der Beruf des Schornsteinfegers jede Menge mit Umwelt zu tun. Emissionsmessung, Verbrennungschemie, neue Technologien. Chemie war schon in der Schule ihr Lieblingsfach. Seit eineinhalb Jahren ist Alina Kautz Gesellin. Ihre Ausbildung absolvierte sie im elterlichen Betrieb. „Da habe ich alles von der Pike auf gelernt. Mein Vater ist ein guter, aber gestrenger Lehrmeister“, erklärt sie. Jetzt ist sie bereits auf der Zielgeraden, um ihren Meister zu machen. „Dann werden wir weiter sehen“, sagt sie optimistisch.

Die Weichen für die Zukunft sind aber bereits gestellt. Ab Montag ist sie bei Bezirks-Schornsteinfegermeister Rudolf Willems angesatellt. Ihr zukünftiger Bezirk liegt dann in Heven und Herbede. Alina Kautz liebt die frische Luft und genießt die Aussicht, wenn sie auf den Dachfirsten der Ruhrstadt unterwegs ist. Schwindel oder Höhenangst sind fremd. „Das muss in der Familie liegen“, schmunzelt sie keck. Sie bedauert, dass das Kehren vom Dach aus immer seltener auf der Tagesordnung steht. „Das liegt an den neuen Heiztechnologien“, erklärt sie. „In ländlichen Gebieten hat sich da allerdings noch nicht soviel geändert. Aber auch die vielen Kaminöfen in Privathaushalten machen häufigere Kehrtermine zur Pflicht. Für die Sicherheit der Bewohner.“

Alina Kautz genießt es, wenn sie Glücksbringerin genannt wird. „Oft habe ich schon bei Hochzeiten Patin gestanden“, erzählt sie. Im Alltag macht der jungen Frau Dreck und Ruß nichts aus. „Wenn ich schwarz im Gesicht bin, dann ist es eben so. Dann weiß jeder, dass ich gearbeitet habe.“ Übrigens: Die Schornsteinfeger in Witten suchen dringend Nachwuchs, denn weit über die Hälfe der Bewerber schaffen regelmäßig den Eignungstest nicht.