Alles für den guten Zweck: US-Milliardär ist pleite – und freut sich darüber

Geld

Sein Vermögen von 8 Milliarden Dollar ist weg, und der bekannte US-Unternehmer Charles „Chuck“ Feeney könnte darüber nicht glücklicher sein. Verprasst hat er sein Geld allerdings nicht.

San Fransisco

16.09.2020, 19:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Milliardär Charles „Chuck“ Feeney freut sich, das Geld los zu sein.

Der Milliardär Charles „Chuck“ Feeney freut sich, das Geld los zu sein. © picture alliance / dpa

Auf mehr als 8 Milliarden Dollar belief sich sein Vermögen, doch jetzt ist Charles „Chuck“ Feeney quasi mittellos. Und der 89-Jährige könnte darüber nicht glücklicher sein.

Feeney hatte 1960 die „Duty Free“-Märkte in Flughäfen gegründet und damit Milliarden verdient. Doch er selbst lebte in größter Bescheidenheit. Dann hatte er die Idee, sein Vermögen noch zu Lebzeiten zu spenden. Das Konzept „Giving While Living“ wird auch von schwerreichen Kollegen wie Bill Gates oder Warren Buffet kopiert, die Feeney als Vorbild sehen.

2012 begann Feeney, sein Geld durch seine Wohltätigkeitsorganisation wegzugeben. Nur 2 Millionen Dollar legte er für sich und seine Frau als Altersvorsorge zurück – der Rest ging weg. Dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ verriet er jetzt: „Wir können keinen Cent mit ins Jenseits nehmen. Warum sollte man sein Geld denn nicht noch zu Lebzeiten weggeben, wenn du selbst die Kontrolle darüber hast? Und man auch die Resultate deines Gebens mit eigenen Augen sehen kann.“

3,7 Milliarden Dollar allein fürs Schulsystem

Seither wurde Stiftungen, Universitäten und Wohltätigkeitsorganisationen auf der ganzen Welt von Feeney bedacht. Auch oft anonym. So investierte er in die Friedensgespräche in Nordirland, 270 Millionen Dollar in die Modernisierung des Gesundheitssystems in Vietnam und gab 350 Millionen Dollar aus, um das abgewrackte Roosevelt Island vor New York in eine Technologiehochburg zu verwandeln.

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Das meiste Geld – 3,7 Milliarden Dollar – gab Feeney für Investitionen ins Schulwesen auf. Davon floss eine Milliarde an seine Ex-Uni Cornell. Mehr als 870 Millionen spendete er an Organisationen, die sich für Menschenrechte und soziale Verbesserungen einsetzen. Mit 62 Millionen Dollar versuchte er – bislang vergeblich- die Todesstrafe in den USA aufzuheben. Eine Kampagne, die zur Durchsetzung von Obamas Gesundheitsreform führte, war ihm 76 Millionen Dollar wert. Und 176 Millionen flossen in die Hirnforschung – an das Global Brain Health Institute an der University of California, San Francisco.

Feeney freut sich sehr über seine gelungene Mission: „Es war so viel Spaß, zu geben, während ich noch lebe. Alle Zwecke liegen mir sehr am Herzen.“

RND/sin

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