„Alles unter Kontrolle“ ist eine schale Komödie

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Da mag der Afrikaner lamentieren wie er will, die Grenzpolizisten zeigen kein Mitleid. José (Ary Abittan) und Guy (Cyril Lecomte) schieben jeden Tag illegale Einwanderer aus Frankreich ab. Algerier, Togolese, Afghane - ihnen doch egal. Hauptsache, der Delinquent sitzt im Flugzeug, und sie haben "Alles unter Kontrolle", wie die französische Komödie von Philippe de Chauveron heißt, die aus dem Flüchtlingsthema humoristische Funken schlagen will.

24.04.2017, 16:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Alles unter Kontrolle“ ist eine schale Komödie

José Fernandez (Ary Abittan, r.) ist ein ehrgeiziger Polizist, der Karzaoui (Medi Sadoun) nach Afghanistan abschieben will.

Mit Dienst nach Vorschrift ist es vorbei, als die Polizisten mit dem vermeintlichen Afghanen Massoud (Medi Sadoun) Richtung Kabul starten, aber in Malta notlanden. Der Kerl ist eine Nervensäge, der jede Gelegenheit zur Flucht nutzt. Flüchtlinge sind auch nur Menschen. Der Film verfolgt den kleinsten humanistischen Nenner, ob Logik und Methode einer Klamotte dem Sujet gerecht werden, muss man bezweifeln angesichts der schalen Gags, die de Chauveron hier abspult.

Polizist Guy ist ein Schürzenjäger, der auf Malta ein Rotlicht-Lokal ansteuert, wo der "Afghane" (seltsamerweise auch dabei) den Aufpassern Pillen in den Drink kippt. Bis sie stramm sind wie die Jungs in "Hangover". Der Gefangene türmt, José besteigt dasselbe Boot. Sie werden schiffbrüchig und kommen ins Lager auf Lampedusa, wo José für einen Flüchtling gehalten wird. An den Haaren herbeigezogene Krawallkomik, oft nur blöd, manchmal peinlich: José kettet seinen Schützling an die Heizung und schiebt ihm die Seife in den Mund. Eine Humor-Entgleisung der gröberen Art.

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