Alpen-Technik soll Gebirge am Ruhrtal-Radweg sichern

Teilstück an der Syburg

Seit fast vier Jahren ist der Ruhrtalrad- und Wanderweg am Nordufer des Hengsteysees im Bereich Lenneinsel wegen Steinschlag-Gefahr gesperrt. Jetzt gibt es gute Aussichten, dass das Problem nach langem Warten behoben wird - allerdings nicht sofort.

SYBURG

, 08.06.2016, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alpen-Technik soll Gebirge am Ruhrtal-Radweg sichern

Erst Steinschlaggefahr, dann endet der Weg hinter dem Campingplatz: Der Rad- und Wanderweg am Nordufer des Hengsteysees ist seit fünf Jahren ein Ärgernis.

Die Stadt will die Probleme an dem Steilhang unterhalb der Hohensyburg, von dem immer wieder dicke Gesteinsbrocken fielen, nun grundsätzlich angehen, kündigte Baudezernent Martin Lürwer nach einer Sitzung des Verwaltungsvorstands an.

Ende Mai hat bereits die Bezirksvertretung Hörde „grünes Licht“ für die große Lösung zur Sicherung des Hangs gegeben. In diesem Monat beraten der Bauausschuss und der Finanzausschuss des Rates. Der Steilhang soll auf einer Länge von mehr als 500 Metern mit Fangzäunen, fest verankerten Stahlnetzen und Auffangschürzen umfangreich gesichert werden. Ähnliche Anlagen, die an Hangsicherungen in den Alpen erinnern, gibt es bereits an der Hengsteystraße.

Die Kosten sind beträchtlich

Die Kosten für die Hangsicherung oberhalb des Hengsteysees werden auf knapp 548.000 Euro beziffert. Beginnen soll die Arbeiten im Herbst, kündigte Lürwer jetzt an. Denn das Zeitfenster ist eng begrenzt, weil die Ruhrsteilhänge unter Naturschutz stehen.

Gebaut werden darf deshalb nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar, also über die Wintermonate. Die Bauzeit wird auf drei bis vier Monate kalkuliert. Im Frühjahr 2017 könnte der Weg für Radler und Fußgänger also wieder frei und möglichst dauerhaft sicher nutzbar sein.

Es ist nicht der erste Anlauf zur Steilhänge. Die Überlegung, ein 300 Meter langes Teilstück mit Holzbohlen zu sichern, wurde wieder verworfen. Für besondere Schwierigkeiten bei der Planung sorgte auch der Umstand, dass in den bis zu 40 Meter hohen Felswänden seltene Tiere und Pflanzen leben, auf die Rücksicht genommen werden muss.

Kleiner Anteil von der Deutschen Bahn

Außerdem müssen die Arbeiten wegen des angrenzenden Bahndamms immer mit der Bahn abgestimmt werden. Sie machte zuletzt darauf aufmerksam, dass neue Richtlinien für „Erdbauwerke“ und Felsböschungen in die Pläne einzuarbeiten sind. Ansonsten beteiligt sich die Bahn mit vergleichsweise bescheidenen 27 000 Euro an den Kosten für das Sicherungsbauwerk.

„Die Öffnung des Weges wird außerordentlich begrüßt“, stellt die Verwaltung mit Blick auf die Wünsche nicht nur von Radlern und Spaziergängern, sondern auch von Gastronomen und Tourismus-Werbern fest.

Am Ende des betroffenen Weges liegt die Gaststätte „Zur Lennemündung“. Seit über 70 Jahren gibt es hier Gastronomie. Die aktuelle Pächterin Martina Posselt leidet seit Jahren darunter, dass der Weg nicht durchgehend befahrbar ist. Zuletzt hatte es zumindest leichte Verbesserungen gegeben, weil ein Teilstück schon einmal vorläufig gesichert worden war - entscheidend in Schwung gebracht hat dies das Gaststätten-Geschäft aber bisher nicht.