Aluwerk ruft die letzten Aktionäre zusammen

rnEin Jahr nach der Übernahme

Als Aktiengesellschaft hat das Aluwerk am Uelzener Weg entsprechende Pflichten. Ein Jahr nach der Übernahme durch den chinesischen Zhongwang-Konzern beruft die Aluminiumwerk Unna AG nun wie immer eine Hauptversammlung ein. Dabei ist die Zahl der Aktionäre deutlich geschrumpft. Wirklich wichtig ist nur einer von ihnen.

Unna

, 07.08.2018 / Lesedauer: 2 min

Gesetz ist Gesetz, und so wird es auch in diesem Jahr eine „HV“ geben für die Aktionäre der Aluminiumwerk Unna AG. Für den 30. August sind sie in den Katharinen-Hof geladen. Die 100. Ordentliche Hauptversammlung der Unternehmensgeschichte dürfte allerdings mit einem kleineren Raum auskommen: 99,72 Prozent der Aktien liegen in der Hand von einem Eigentümer, nämlich dem chinesischen Branchenriesen Zhongwang. Er hat nicht nur die Aktienpakete der Familie Wiese und des Belegschaftsvereins übernommen, sondern offenbar auch Anteile aus dem zuvor schon überschaubaren Streubesitz aufgekauft. Und so sind die Beschlüsse der „HV“ eher Formsache.

Offiziell gewählt werden soll zum Beispiel ein neuer Aufsichtsrat. Der Wahlvorschlag deckt sich mit der Bestellung, die nach der Übernahme im Spätsommer 2017 von einem Gericht beschlossen wurde. Kontrolleure des Vorstandes sind vermutlich auch künftig die Herren Yanije Tang und Man Tat Kot aus Peking, Herr Jun Deng aus Hong Kong und Herr Pengwei Li aus Liaoyang.

An einer Tradition hält das Aluwerk auch unter den neuen Eigentümern fest: Für die „HV“ am 30. August schlägt der Vorstand des Unternehmens vor, keine Dividende auszuschütten, sondern die bisherigen Gewinne in der Bilanz zu halten. Der Gewinnvortrag wächst dementsprechend. 29,9 Millionen Euro hätte das Aluwerk damit auf der hohen Kante. Wer dies mit dem Vorjahreswert vergleicht, folgert einen Jahresgewinn von 1,4 Millionen Euro im Jahr 2017.

Auch die Mitteilungen zum laufenden Geschäft lassen im Aluwerk auf eine gute Lage schließen. Im April hatte das Unternehmen Investitionen in die Produktionskapazitäten angekündigt. Anlass waren Lieferengpässe – bedingt durch eine hohe Nachfrage nach Aluminium aus Unna.