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Am Bebbelsdorf werden ab 2012 organische Abfälle zu Strom

Biogasanlage

Der Entsorger AHE soll den Zuschlag für den Bau einer Biogasanlage am Bebbelsdorf bekommen. Das sieht eine Vorlage der Kreisverwaltung für die nächste Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses vor.

STOCKUM

von Von Irene Steiner

, 10.06.2011
Am Bebbelsdorf werden ab 2012 organische Abfälle zu Strom

Aus Müll wird Strom: Ähnlich wie bei dieser Biogasanlage in Hessen wird auch der Bio-Abfall aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis fermentiert und über Gas in Strom verwandelt.

In der Anlage in Stockum sollen ab 2012 die kommunalen Bioabfälle aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis entsorgt und vergärt werden. Für den Transport und die Verarbeitung der rund 24 000 Tonnen Bioabfall, die im Jahr im Kreis anfallen, soll die „Abfallwirtschaft, Handel mit Sekundärrohstoffen und Entsorgungsdienste GmbH“ (AHE) über eine Laufzeit von 15 Jahren eine Summe von 2,066 Millionen Euro (86,20 Euro je Tonne) pro Jahr bekommen. Klaus Erlenbach, Geschäftsführer der AHE, zeigte sich gestern zufrieden mit der Entwicklung: „Wir sind überglücklich, einen Einstieg in das Thema regenerative Energien bekommen zu haben. Das ist auch ein wichtiger Baustein für das kreisweite Ziel der Kohlendioxid-Einsparung für den Klimaschutz.“

Aus Sicht von Erlenbach kann es sofort losgehen: „Nach der Unterschrift des Vertrags müssen die Leistungen vergeben werden. Wir hoffen, dass wir 2012 die erste Einspeisung ins Stromnetz haben.“ Die Ausmaße der geplanten Biogasanlage auf dem Gelände am Bebbelsdorf sind beeindruckend. Auf 25 000 Quadratmetern Fläche soll gebaut werden, insgesamt will die AHE 15 Millionen Euro investieren. „Wir werden mit der Anlage eine ungefähre Leistung von zwei Megawatt erzielen. Das reicht, um 1600 Haushalte im Jahr mit Strom zu versorgen“, gibt Erlenbach eine Vorstellung vom Umfang der Energiegewinnung aus dem Biomüll. Der Prozess selbst ähnelt dem Vorgang in einem Komposthaufen: Die Abfälle kommen in einen Fermenter und vergären dort.Dabei entsteht Biogas mit einem hohen Anteil an Methangas. Das wird dann in einem Blockheizkraftwerk verbrannt, um einen Generator anzutreiben, der den Strom erzeugt. Die Ausbeute an Gas, das bei der Vergärung der organischen Abfälle entsteht, verändert sich je nach eingebrachter Biomasse. „Es gibt jahreszeitliche Schwankungen. Im Winter haben wir viele Zitrusfrüchte, das stabilisiert den biologischen Prozess. Zu anderen Zeiten gibt es viel Strauch- und Rasenschnitt, da müssen wir mit Obst- und Gemüseabfällen substituieren, um eine gute Gasausbeute sicherzustellen“, so Erlenbach. Er denkt dabei u.a. an die Kooperation mit Herstellern von Orangensaft. Deren Abfälle würden dann ebenfalls in der Biogasanlage vergärt und so die Gasausbeute verbessern.