An der Kohle kommt die Kunst nicht vorbei

Ausstellungsvorschau 2018

Ohne Kohle geht es nicht. Dutzende von Ausstellungen widmen sich 2018 dem Abschied vom Bergbau. Aber auch Fix und Foxi schauen vorbei.

ESSEN

, 07.01.2018, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kumpel gehen, die Medien (rechts im Bild) kommen. Das Thema Kohle – hier ein Bild von der letzten regulären Schicht auf Zollverein im Jahr 1986 – dominiert die Ausstellungsprogramme der Museen im Ruhrgebiet. Foto Vollmer/Ruhr Museum

Die Kumpel gehen, die Medien (rechts im Bild) kommen. Das Thema Kohle – hier ein Bild von der letzten regulären Schicht auf Zollverein im Jahr 1986 – dominiert die Ausstellungsprogramme der Museen im Ruhrgebiet. Foto Vollmer/Ruhr Museum

So viel hatte eine Ausstellungsvorschau fürs neue Jahr noch nie mit dem Thema Kohle zu tun. Das Ende des Steinkohlebergbaus dominiert 2018 sowohl die Arbeit der historischen als auch der Kunst-Museen, die sich allesamt am Programm „Glückauf Zukunft“ der RAG-Stiftung beteiligen.

Duft des schwarzen Goldes

17 der 20 RuhrKunstMuseen planen von Mai und September originelle Präsentationen. So fängt Helga Griffiths im Kunstmuseum Mülheim tatsächlich den „Duft der Kohle“ ein. Das Museum Ostwall im Dortmunder U zeigt unter dem Titel „Himmel und Hölle“ die naive Kunst der Bergleute. Das Fußball-Museum Dortmund erzählt ab März unter dem Motto „Schichtwechsel“ von der Symbiose des Fußballs mit dem Bergbau. Das LWL-Museum Zeche Zollern hat ehemalige Kumpel, ihre Kinder und Enkel interviewt und porträtiert ab Februar diese „Reviergestalten“. Ganz groß wird ab April die Schau „Das Zeitalter der Kohle“ auf der Kokerei Zollvereins.

Schloss Oberhausen widmet sich der Kohle im Comic. Fans der Popkultur dürften sich aber auf eine andere Schau noch mehr freuen. „Fix und Foxi“ bevölkern das rosafarbene Schloss vom 10. Juni bis 9. September. Ihr Zeichner Rolf Kauka trug den Beinamen „deutscher Walt Disney“.

Und wenn wir schon bei der Unterhaltung sind: „Pizza is God“ widmet sich im Düsseldorfer NRW-Forum vom 16. Februar bis 20. Mai dem Pop-Phänomen des belegten Hefeteigs. „Der Berg ruft“ dann ab 16. März in den Gasometer Oberhausen. Ebenfalls originell: Die weltweit erste Pink-Floyd-Ausstellung kommt im Herbst in den Dortmunder U-Turm. Und der Künstler Jochen Gerz wird die Glasfassade des Duisburger Lehmbruck-Museums ab September komplett mit seinen Texten bekleben.

Endlich wieder Villa Hügel

Seit langem bietet die Essener Villa Hügel endlich einmal wieder eine große Kunstausstellung. Gut 130 Arbeiten des gebürtigen Bottropers und Bauhaus-Künstlers Josef Albers sind in einer Retrospektive namens „Interaction“ vom 16. Juni bis 8. Oktober im einstigen Wohnsitz der Familie Krupp zu sehen. Im Jahr 2019 wird das Bauhaus 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass widmet sich das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster schon ab 9. November dem Thema „Bauhaus und Amerika“.

So richtig mitreißend ist das Programm des Museums Folkwang in Essen dagegen nicht. Immerhin wird ab dem 16. Februar ein besonderer Gast erwartet. Die „Mädchen auf der Brücke“ von Edvard Munch kommen im Austausch für das berühmte Gauguin-Bild „Contes barbares“, das nach Oslo ausgeliehen wird. Der Bildertausch ist Anlass für eine kleine Munch-Schau.

Einen echten Hit hält wie immer das Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum bereit. Die Gemälde der Malerin Paula Modersohn-Becker werden nicht nur weibliche Herzen berühren. Die Malerin wird ab 9. September 2018 präsentiert.

Gabriele Münter in Köln

Blockbuster-Schauen gibt es auch in Köln. Die Fahrten dürften sich lohnen für die Expressionistin Gabriele Münter im Museum Ludwig (15.9.2018-13.1.2019) oder Andy Warhols Plattencover im Museum für Angewandte Kunst (1.9.2018-24.3.2019).

Wer mit reiner Kunst nichts am Hut hat, sollte das LWL-Museum für Archäologie in Herne ansteuern. Es deckt vom 23. März bis 9. September „Irrtümer und Fälschungen der Archäologie“ auf. Interessant, dass 1896 sogar der Pariser Louvre einmal auf eine gefälschte goldene Tiara (eine Kopfbedeckung) hereingefallen ist.

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