An Privatgymnasium gegen Corona geimpft: Scharfe Kritik

Coronavirus

Ein privates Gymnasium des Bistums Mainz hat in einer Impfaktion alle Schüler geimpft - und damit für Empörung gesorgt. Organisiert worden war die Aktion von einer Elterninitiative.

Mainz

11.06.2021, 11:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vier Mediziner hatten bei der Impfaktion an dem Mainzer Privatgymnasium bei rund 160 Schüler ab 16 Jahren den Piks gesetzt.

Vier Mediziner hatten bei der Impfaktion an dem Mainzer Privatgymnasium bei rund 160 Schüler ab 16 Jahren den Piks gesetzt. © Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Archivbild

Eine Corona-Impfaktion von Schülern eines privaten Gymnasiums des Bistums Mainz sorgt für Empörung. Landesärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung kritisieren die Aktion, bei der dem Vernehmen nach vier Mediziner rund 160 Schüler ab 16 Jahren den Piks gesetzt haben sollen. Das Bistum Mainz hat dagegen Verständnis für die Elterninitiative, die die Impfungen organisiert hat.

„Das Impfangebot am Theresianum versteht sich als Zeichen dafür, dass auch junge Menschen, die von den Lockdown-Maßnahmen besonders getroffen wurden, das Recht haben, nicht als Letzte geimpft zu werden“, heißt es in einer Stellungnahme vom Donnerstag. Kirchenmittel seien dafür nicht geflossen.

Für das Vorgehen gibt es kein Verständnis

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) mahnte: „Solche - offensichtlich allein auf Öffentlichkeitswirkung ausgelegte - Aktionen könnten (...) schlimmstenfalls zur Folge haben, dass das nötige Vertrauen und die Akzeptanz für die Impfkampagne sinkt“. Denn für das Vorgehen gebe es nach Rückmeldung vieler Bürger kein Verständnis.

„Wir sehen die Impfaktion am Theresianum ausgesprochen kritisch und halten sie zum jetzigen Zeitpunkt für nicht angemessen. Landesweit warten noch Hunderttausende aus den Priorisierungsgruppen 2 und 3 auf ihre Impfung“, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis. „Wir sehen die Impfaktion des Mainzer Theresianum (..) sehr kritisch und halten sie zum jetzigen Zeitpunkt für unangemessen“, heißt es auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung.

dpa

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