André Rieu enttäuscht von Dortmund

Westfalenhalle schlecht besucht

Normalerweise kann es dem Walzerkönig gar nicht groß genug sein. Mühelos füllt er die größten Hallen, hat sich vor vier Jahren mit seinen "Stadium Tours" gar auf riesige Sportstadien verlegt. Seinen jüngsten Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle am Donnerstagabend muss André Rieu in Hinsicht auf die Zuschauerzahlen aber wohl unter der Kategorie "Flop" verbuchen.

DORTMUND

von Von Karsten Mark

, 18.05.2012, 19:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wie immer ein prächtiges Bild: André Rieu und sein Orchester in Dortmund.

Wie immer ein prächtiges Bild: André Rieu und sein Orchester in Dortmund.

Gerade einmal 4000 Fans sind - nach seiner eigenen, wohl realistischen Zählung - gekommen, zwei von drei Plätzen also leer geblieben.

Vielleicht, weil ein Teil seiner Fans, die ihn bereits Ende Januar sehen wollten, die Geduld verloren und die Karten zurückgegeben hat. - Den 62-Jährigen hatte ein Virus außer Gefecht gesetzt. - Vielleicht, weil der Himmelfahrtstag generell kein guter Termin für Großveranstaltungen ist. André Rieu jedenfalls kann und will seine Enttäuschung nicht verbergen.Genug Zuschauer für den festlichen Einzug

Immerhin ist der Innenraum gut genug gefüllt für das Eingangsritual: Rieu und sein "Johann Strauss Orchester" ziehen durch den Saal auf die Bühne und die Fans stehen Spalier. Den 25. Geburtstag des Orchesters hat Rieu zum Motto seiner aktuellen Tour erkoren. 1987 scharte der Maestro der leichten Muse die ersten zwölf Musiker um sich. Mittlerweile sind es 50 Musikerinnen und Musiker, auf sehr großen Bühnen sogar 60.Interessante Solisten

Hinzu kommen Solisten. Der allererste von ihnen war Frederic Jenniges mit seiner Zither. "Geschichten aus dem Wienerwald" gibt er zum Besten, das Paradestück für sein Instrument und eines mit reichlichen Pausen für den Solisten, in denen er seine Späße treiben kann: Er verdreht gelangweilt die Augen, flirtet mit den Geigerinnen und verpasst (scheinbar) seinen Einsatz.Origineller "Sprintwettbewerb"

Zu den Exoten unter den Solisten gehört Frank Steijns, der normalerweise bei den Geigern sitzt, aber auch das Glockenspiel beherrscht. Er spielt den berühmten langsamen Satz aus Joaquín Rodrigos "Concierto de Aranjuez" in einem bombastischen Orchester-Arrangement und liefert sich bei den "Erinnerungen an Zirkus Renz" einen Sprintwettbewerb mit dem Xylophonisten Marcel Falize.

Die rechte Stimmung allerdings wollte in der weitgehend leeren Westfalenhalle nicht aufkommen.