Andreas Karl Schulze lässt Quadrate in Dialoge treten

Museum Quadrat Bottrop

Schon Josef Albers hatte sich dem Quadrat verschrieben. Da passt die Sonderschau mit der Kunst von Andreas Karl Schulze perfekt in das Josef-Albers-Museum Quadrat Bottrop. Denn auch der Kölner arbeitet mit dieser geometrischen Form.

BOTTROP

22.02.2016 / Lesedauer: 2 min
Andreas Karl Schulze lässt Quadrate in Dialoge treten

Aus Quadraten setzten sich die Buchstaben auf Andreas Karl Schulzes Arbeiten zusammen.

Fünf mal fünf Zentimeter groß sind seine bunten Vierecke, die er zu abstrakten Gebilden gruppiert - direkt auf den Museumswänden.

Der Maler hat die Malerei im eigentlichen Sinne überwunden. Mit Acrylfarben, für diese Ausstellung hat er zwölf Farben ausgewählt, die einen harmonischen Klang ergeben, bemalt hat er die Quadrate aus stabilem Segeltuch.

Aber eine Begrenzung durch das Format einer Leinwand gibt es bei ihm nicht. Es sind Kompositionen, die auf den Raum Bezug nehmen. Trotz der Reduktion auf die geometrische Form schafft Schulze eine Unübersichtlichkeit. Komplex trotz extremer Einfachheit.

Wolke auf der Wand

Eine große Wandarbeit erinnert an eine Wolke. Dafür hat der Künstler um vier schwarze Quadrate herum bunte Quadrate in eine rundliche Form gesetzt. Vier Mal wiederholt sich dieses Muster, das gegeneinander verschoben angebracht ist.

Die Anordnung der Farben überlässt er dem Zufall. Und wenn es ihm nicht gefällt? "Dann nehme ich Korrekturen vor", sagt Schulze.

Wortspiele

Neben den Wandarbeiten hat er auch zwei Raumobjekte geschaffen - natürlich auch mit Quadraten. Es sind niedrige, lange Arbeiten, die an Reklame-Aufsteller erinnern. Auf einer ist das Wortspiel zu lesen, das der Ausstellung den Titel gab: "B OT BO TBO T".

Auf der anderen Arbeit steht "Josef Albers Museum Bottrop" - allerdings sind die Buchstaben, die sich aus Quadraten ergeben, so ineinander verschoben, dass das Wort schwierig zu entziffern ist. So lassen sich die Werke einerseits als ornamentale Friese betrachten, andererseits auch lesen: "Dieses Spannungsverhältnis interessiert mich."

Smiley und Schreibmaschinen-Buchstaben

Auf gezeichneten Blättern ist Schulze auch schon mal von den Quadraten abgewichen, da entdeckt der Betrachter einen Smiley oder Schreibmaschinen-Buchstaben. Humorvoll sind auch seine Interventionen im gesamten Museum, auf Stühlen und am Rednerpult im Vortragssaal begegnet man den farbigen Mini-Quadraten.

Im Josef-Albers-Saal wurden einige Bilder des großen Meisters abgehangen, und Schulze hat Quadrate aus seinen Quadraten an die nun leeren Stellen angebracht. Ein wunderbarer Künstlerdialog.

: "Andreas Karl Schulze. B OT BO TBO T", bis 8.5., Im Stadtgarten 20, Di-Sa 11-17 Uhr, So 10 -17 Uhr, Eintritt 6 Euro.