Andreas Winkelmann: „Housesitter“

Buchkritik

„Housesitter“ ist keine Urlaubslektüre – es sei denn, man möchte bei der Rückkehr in die eigenen vier Wände ein komisches Gefühl haben: Als Saskia mit ihrem Freund Thomas aus dem Urlaub nach Hause kommt, spürt sie gleich, dass dort etwas anders ist.

von Von Jessica Will

, 25.10.2017, 08:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuerst fällt ihr der merkwürdige Geruch auf, dann bemerkt sie, dass eine Tür offen steht, die sie eigentlich geschlossen hatte. Bevor die junge Frau ihre Bedenken aussprechen kann, ist es bereits zu spät. Ein Eindringling schlägt zuerst ihren Lebensgefährten und dann sie nieder. Als sie wieder wach wird, wird sie in einem fremden Haus gefangen gehalten.

Beängstigendes Szenario


Autor Andreas Winkelmann erschafft in „Housesitter“ ein Szenario, das einem Schauer über den Rücken jagt: Ein psychisch schwer gestörter Mann beobachtet fremde Frauen zunächst lange Zeit aus der Dunkelheit heraus, bevor er in ihre Häuser einzieht, während sie im Urlaub sind. Nach den Ferien erwartet und entführt er sie – um sie gefügig zu machen und gemeinsam mit ihr in seinem eigenen Haus zu leben.

Winkelmann versteht sich, wie bereits in „Kill Game“ oder „Die Zucht“, auf kurze Kapitel, die schnell zwischen verschiedenen Handlungssträngen wechseln. Gemeinsam mit dem klaren, schnörkellosen Schreibstil treibt das die Handlung zügig voran. Passagen aus der Sicht des Killers wechseln mit den Ermittlungen der eigenwilligen Polizistin Priska Wagner ab.

Das Schema, nach dem der Killer vorgeht, ist recht schnell klar. Seine Spannung bezieht der Thriller aus dem Umstand, dass der Plan des Mörders gleich zu Anfang nicht aufgeht: Thomas, der Lebensgefährte des ersten Entführungsopfers, wird bei dem Überfall zwar schwer verletzt, aber er überlebt – und macht sich auf die Suche nach seiner Freundin.

Brutaler Serientäter



Als klar wird, dass die Entführung von Saskia kein Einzelfall ist, sondern es sich um eine Serie handelt, nimmt der Druck auf Thomas und die Ermittler zu.

Andreas Winkelmann: Housesitter, 496 S., Wunderlich, 14,99 Euro, ISBN 978-3-644-22291-5.