Angehöriger moniert Sanierung im Altenzentrum St. Josef

WITTEN Neue und vor allem mehr Badezimmer sind nach über 20 Jahren im Altenzentrum St. Josef überfällig. Auch dass ein Sterbezimmer fehlt, ist eine unwürdige Situation. Es muss dringend renoviert werden. Daran hegt ein Angehöriger von Bewohnern, der nicht genannt werden möchte, keinen Zweifel. Dass aber rund fünf Mio. Euro ausgegeben werden sollen, hält er für völlig überzogen.

von Von Beatrice Haddenhorst

, 06.09.2008, 09:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Altenzentrum St. Josef ist über 20 Jahre alt. Ein Anbau soll Platzprobleme lösen.

Das Altenzentrum St. Josef ist über 20 Jahre alt. Ein Anbau soll Platzprobleme lösen.

"Pro Monat muss jeder Bewohner danach etwa 400 Euro mehr zahlen. Da hilft es nichts, wenn der Heimleiter damit trösten will, dass das ja das Sozialamt mit dem Pflegewohngeld übernehme", beschwert sich der Angehörige. Kein Pappenstiel Klar müsse das Sozialamt bei den allermeisten Bewohnern einspringen, da sie einen Heimplatz selbst nicht finanzieren können, aber es gebe eben auch Bewohner, die selbst oder deren Angehörige zahlen. Für die sei eine solche Preissteigerung absolut kein Pappenstiel.

"Nach dem Umbau wird es nach wie vor 80 Plätze, aber zwölf Einzelzimmer mehr, einen neuen Aufenthaltsraum und neue Bäder geben. Das könnte man auch preiswerter haben", ist der Angehörige überzeugt und sieht Fehler in den Gesetzen. Den Rahmen von fünf Mio. Euro voll ausgeschöpft Noch vor einigen Jahren habe der Landschaftsverband geprüft, welche Renovierungen in Heimen sinnvoll seien und danach Zuschüsse bewilligt. Heute müssten Zuschüsse in jeder Höhe bewilligt werden, solange sie unter den Kosten für einen Neubau bleiben. In St. Josef werde dieser Rahmen voll ausgeschöpft. "Da wurde mit dem Gedanken geplant: `Wir können fünf Mio. Euro ausgeben, also machen wir das auch`", vermutet der verärgerte Angehörige und ist sicher, dass es auch preiswerter ginge.

Was das Pflegewohngeld betrifft, hat er ausgerechnet, dass die Baumaßnahmen in St. Josef den EN-Kreis als Sozialhilfeträger jährlich mit 250 000 Euro mehr belasten werden: "Da kann man doch nicht einfach sagen, dass Sozialamt zahlt, schließlich müssen Steuerzahler dafür aufkommen."