Angeklagter erzählte vom "perfekten Verbrechen"

Mädchenmord in Riemke

Im Prozess um den unfassbaren Mädchen-Mord von Bochum-Riemke sind am Montag neue Details bekannt geworden. Der angeklagte Polizei-Hausmeister soll einer Schrebergarten-Nachbarin vor der Tat erzählt haben, dass Insulin spurenlos töten könne. Das erzählte die Frau als Zeugin vor dem Schwurgericht.

BOCHUM

10.08.2015, 12:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Angeklagter erzählte vom "perfekten Verbrechen"

Der Angeklagte (Mitte) mit seinen Verteidigern Wolfgang Bruch und Arabella Liedtke beim Prozessauftakt im April 2015.

Die Zeugin hatte den 39-Jährigen Angeklagten im Sommer 2009 in einem Bochumer Schrebergarten kennengelernt. Im Laufe der Zeit wurde sie unfreiwillig eine enge Vertraute. Wenige Monate vor dem Vergiftungs-Tod der zweijährigen Stieftochter des Angeklagten soll ihr der Ex-Hausmeister der Bochumer Polizei von der Möglichkeit eines perfekten Verbrechens erzählt haben.

Tod geplant und angekündigt?

"Er hat mich gefragt, ob ich wisse, dass man mit Insulin einen Menschen töten kann, ohne dass man das nachweisen kann", sagte die 31-jährige Zeugin den Richtern. Bei einer anderen Gelegenheit soll der Angeklagte auch noch gesagt haben: "Wenn jemand wüsste, was in meinem Kopf ist, würde ich nicht mehr frei herumlaufen."

Hat der 39-Jährige den Tod der kleinen Svetlana also geplant und angekündigt? Fakt ist offenbar: Der Angeklagte war gewalttätig - vor allem gegenüber seinen wechselnden Ehefrauen und Freundinnen. Aber auch der Sohn und der Hund sollen geschlagen worden sein. "Ich hatte nachher richtig Angst vor ihm", sagte die Schrebergarten-Nachbarin im Prozess. Über eine seiner Ex-Frauen soll er sogar gesagt haben: "Wenn ich gehe, nehme ich sie mit." Das sei der Zeugin wie eine Todesdrohung vorgekommen. "Ich hatte richtig Angst, dass er ihr etwas antun könnte."

Vergiftet und erstickt

Die kleine Svetlana war Ende 2014 qualvoll gestorben. Das Kind war mit Insulin und anderen Medikamenten vergiftet und anschließend erstickt worden. Der Angeklagte hat bisher alle Vorwürfe bestritten und seinen 14-jährigen Sohn als möglichen Täter ins Spiel gebracht.

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