Angeklagter im Gerichtssaal festgenommen

Geldboten-Überfall

Paukenschlag im Prozess um einen Überfall vor 20 Jahren: Der 57-jährige Hauptangeklagte ist am Mittwoch, 15. Februar im Gerichtssaal festgenommen worden. Der Grund: akute Fluchtgefahr.

BOCHUM

von Von Werner von Braunscheig

, 15.02.2012, 19:38 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Entscheidung nahm er regungslos und mit versteinerter Miene entgegen. Er steht (gemeinsam mit seiner Ehefrau) seit Januar als mutmaßlicher Geldboten-Räuber vor Gericht und hat bislang zu den Vorwürfen durchweg geschwiegen. Nach vorläufiger Würdigung der Zeugenaussagen und Beweise halten die Richter der 10. Strafkammer den Mann für „dringend tatverdächtig“. Angesichts des drohenden Strafmaßes (mindestens fünf Jahre Haft) sei eine Flucht des vielfach vorbestraften Mannes zu befürchten. An den kommenden Prozesstagen wird er nun aus dem Gefängnis vorgeführt.

Die mitangeklagte Ehefrau hatte sich im August 2010 selbst angezeigt und dabei ihren Mann als mutmaßlichen Räuber belastet. Die Ehe scheint schon seit längerem zerrüttet. Das Motiv für die Strafanzeige soll ein Mix aus Verzweiflung und Eheproblemen gewesen sein. „Ich wollte mich einfach nicht mehr von ihm bedrohen lassen. Er hatte mich ja irgendwie in der Hand“, hatte die 53-Jährige zum Auftakt im Januar erklärt. Laut Anklage soll die Frau am 21. November 1991 ihren maskierten und bewaffneten Mann mit dem Auto zum Hannibal-Center gefahren haben, wo dieser einen Geldboten ausraubte. Beute: rund 16 000 Euro.