Angeklagter war endlos einsam

02.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Bochum Tage und Nächte verbringt er im Bus. Weil er einsam ist. Und weil er hofft, auf diesen Touren zumindest mit den Busfahrern ins Gespräch zu kommen. Oder eine Frau kennen zu lernen.

"Ich hab niemanden außer meiner Mutter", hatte der 38-jährige Angeklagte beim Prozessauftakt vor dem Bochumer Landgericht gesagt. Ihm wird vorgeworfen, zweimal versucht zu haben, seine Nachbarin zu vergewaltigen. Der Mann bestreitet die Vorwürfe, sagt energisch: "Da ist nix dran."

Gestern zeichnete ein Sachverständiger ein Bild der Persönlichkeit des Mannes: "Die Symptome weisen deutlich auf verminderte Intelligenzleistungen mit Verhaltensstörungen hin." Der Sachverständige geht von der verminderten Schuldfähigkeit des Mannes aus. Und kritisierte, dass der Herner seit 2004 in einer eigenen Wohnung lebt: "Das überfordert ihn völlig."

Auf die Frage nach der Gefährlichkeit des Mannes antwortete der Gutachter den Richtern: "Das ist sehr stark an soziale Faktoren zu binden." Konkret hieße das: Wenn der Mann in einer betreuten Wohneinrichtung lebte und intensiv betreut würde, sehe er "die Zukunft des Angeklagten nicht so schwarz". Der Prozess wird fortgesetzt. if