Angestellte Lehrer setzen Warnstreiks fort

Ostwestfalen und Rheinland

Mit Warnstreiks kämpfen angestellte Lehrer für mehr Geld. Sie wollen die finanzielle Kluft zu den Beamten überwinden. Am Mittwoch setzten sie ihren Ausstand an Schulen in Ostwestfalen und im Rheinland fort. Die Landeselternkonferenz reagiert mit gemischten Gefühlen.

DÜSSELDORF

04.03.2015, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein leeres Klassenzimmer: Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich am zweitem Streiktag rund 2000 Lehrer.

Ein leeres Klassenzimmer: Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich am zweitem Streiktag rund 2000 Lehrer.

Am zweiten Tag des Warnstreiks von angestellten Lehrern haben in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Gewerkschaft GEW etwa 2000 Pädagogen die Arbeit niedergelegt. "Die Sache nimmt langsam Fahrt auf", sagte am Mittwoch der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Sebastian Krebs. Bereits am Dienstag hatten sich nach GEW-Angaben etwa 1000 Lehrer an dem Warnstreik im Regierungsbezirk Düsseldorf beteiligt.

Die Gewerkschaft hatte am vergangenen Donnerstag die angestellten Lehrer in den Regierungsbezirken Köln und Detmold zum Warnstreik aufgerufen. Angaben der Bezirksregierungen zu den Auswirkungen des Ausstands gab es zunächst nicht. Der Streik soll am Donnerstag in den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster fortgesetzt werden.

Forderung nach 5,5 Prozent mehr Gehalt

Die GEW fordert eine Gehaltserhöhung um 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro mehr. Vor allem aber geht es um eine Gleichbehandlung von angestellten und beamteten Lehrern. Die Beamten verdienen nach GEW-Angaben bis zu 500 Euro mehr im Monat als ihre angestellten Kollegen. Am Vortag hatten sich nach GEW-Angaben etwa 1000 Lehrer an dem Warnstreik im Regierungsbezirk Düsseldorf beteiligt. 

Die Landeselternkonferenz steht dem Warnstreik der angestellten Lehrer mit einer gemischten Reaktion gegenüber. Einerseits habe man Verständnis für den Wunsch nach Gleichbehandlung mit beamteten Pädagogen, sagte der Vorsitzende der NRW-Landeselternkonferenz, Eberhard Kwiatkowski. "Andererseits sind die Schüler und Eltern, auf deren Rücken dies ausgetragen wird, der falsche Adressat dafür."

Ungleichbehandlung "finden wir nicht gut"

Die Forderungen der Gewerkschaft in Bezug auf die Gehälter wollte Kwiatkowski nicht kommentieren. Ginge es nur um mehr Geld, so gäbe es aus seiner Sicht kein Verständnis für den Arbeitskampf der Pädagogen. "Die Ungleichbehandlung von beamteten und angestellten Lehrern finden wir aber auch nicht gut", sagte der Vorsitzende der Landeselternkonferenz.

Er lobte die Gewerkschaft für die frühzeitige Ankündigung der Warnstreiks, kritisierte aber Unterrichtsausfälle. Es sei nicht so, dass alle Schüler trotz der Streiks in den Schulen betreut werden könnten. "Dann müssen die Eltern einspringen, und somit sind sie und ihre Kinder die Leidtragenden dieses Arbeitskampfes", sagte Kwiatkowski.

Von dpa