Anhörung vor dem NRW-Landtag zur Streichung der Fördermittel

Denkmalschutz

Die Fördermittel für Archäologie und Baudenkmalpflege hat das Land NRW in diesem Jahr bereits von zwölf auf zehn Millionen Euro gekürzt. Für 2014 sollen die Mittel komplett gestrichen werden. Das wollen Denkmalschützer nicht einfach hinnehmen. Bei einer Anhörung im Düsseldorfer Landtag wurden gestern zunächst die Standpunkte ausgetauscht.

DÜSSELDORF

von Von Stefanie Platthaus

, 06.06.2013, 23:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den „Krummen Hund“, einen Brückenkran in Wanne-Eickel, gibt es allerdings keine Rettung mehr. Der Kran war am Westhafen bis 1997 in Betrieb und wurde 1999 in die Denkmalliste der Stadt Herne eingetragen. In Westfalen sei kein Kran mit dieser speziellen Hebevorrichtung mehr vorhanden, so der LWL, daher sei der Erhalt wichtig gewesen. Weil die Besitzerin die Stellfläche des Krans anders nutzen wollte, entschied sich das NRW-Ministerium für den Abbruch. Ein Standortwechsel hätte 1,3 Millionen Euro gekostet, das Ministerium sah keine Finanzierungsmöglichkeit. Bevor eine Alternative gefunden werden konnte, wurde der Kran im März 2012 abgerissen.

Doch andere Denkmäler können noch gerettet werden. Ein denkmalgeschützter Fachwerkspeicher in Witten-Herbede beispielsweise verfällt. Sein Besitzer kann den ehemaligen Schafstall nicht wirtschaftlich nutzen, weil das Gebäude so klein ist. Schon jetzt ist das Obergeschoss nicht mehr begehbar, die Dacheindeckung musste bereits abgenommen werden. Weil der LWL hier aber ein gutes Beispiel für landwirtschaftliche Gebäuden sieht, wurden für die Instandhaltung Fördermittel beantragt. Da diese für 2013 gestrichen wurden, sinkt die Chance, den Schafstall aus der Zeit um 1800 zu erhalten.

Ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in Höxter wurde dagegen bezuschusst: Die 70 000 Euro teure Dacheindeckung aus Buntsandstein war für die Eigentümer nicht zu stemmen. Mit 30 000 Euro vom Land werden derzeit die letzten Maßnahmen abgeschlossen. Die Blickwinkel in der Anhörung waren unterschiedlich, so Harzenetter: „Aber alle haben deutlich gemacht, dass direkte Zuschüsse erforderlich und dass Darlehen keine Lösung sind.“Außerdem war der Gesetzesentwurf zur Archäologie ein Thema: An den Kosten, die Bodendenkmäler verursachen, sollen nun auch die Projektträger selbst beteiligt werden. Für nicht eingetragene Bodendenkmäler könnte dann ein „Schatzregal“ greifen. Dann würden alle Funde dem Staat gehören.

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