Anklage: Junge beim Baden begrabscht

Missbrauchsprozess

Ein 39-jähriger Wittener soll einen elfjährigen Jungen sexuell belästigt haben. Der Angeklagte war schon einmal auffällig geworden. Nun kümmert sich das Bochumer Landgericht um den Fall.

Bochum/Witten

von Von Jörn Hartwich

, 08.11.2013, 16:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anklage: Junge beim Baden begrabscht

Im aktuellen Prozess hat sich der Wittener nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft geäußert. Fakt ist allerdings: Der damals Elfjährige hat zwischen August und Oktober 2012 mehrfach bei dem Angeklagten übernachtet. Der 39-Jährige war ein Bekannter der Eltern. Die Kontakte waren offenbar über einen Sportverein geknüpft worden. Laut Anklage passierten die sexuellen Übergriffe vor dem Fernseher oder in der Badewanne. Der Wittener soll dem Jungen in die Hose gegriffen oder ihn unsittlich berührt haben. In der Badewanne kam es angeblich auch noch zu einem Kuss auf den Mund.

Am Rande des Prozesses wurde bekannt, dass sich der Junge seinen Eltern offenbart hat. Gleichzeitig waren auch angebliche Übergriffe auf den jüngeren Bruder bekannt geworden. Zunächst hatte es danach ausgesehen, dass der Angeklagte im Falle eines Geständnisses wieder mit einer Bewährungsstrafe davonkommen könnte. Auch der Staatsanwalt und der Anwalt der Familie hatten das befürwortet. Für die Bochumer Richter kommt das aber offenbar nicht in Frage. Sie haben signalisiert, dass sie zurzeit nur über eine Gefängnisstrafe nachdenken – zwischen zweieinhalb und knapp drei Jahren Haft.