Anlaufpunkte schaffen

WICKEDE Die Nahversorgung, die Sozialstruktur und der Verkehr waren die bestimmenden Themen beim Neujahrsempfang der SPD Wickede in der AWO-Begegnungsstätte in der Bach-Grundschule.

von Von Uwe Brodersen

, 20.01.2008, 14:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bezirksvertreterin Kirsti Döbertin und Harald Schartau (MdL) lauschen Friedhelm Sohn.

Bezirksvertreterin Kirsti Döbertin und Harald Schartau (MdL) lauschen Friedhelm Sohn.

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka zeigte sich erfreut, dass auf der Altfläche des Pappelstadions im Zentrum ein Vollsortimenter und ein Discounter angesiedelt werden. Dadurch würde nicht mehr so viel Kaufkraft aus Wickede abfließen: "Die Menschen werden ihr Geld mehr im Ort ausgeben."

Er sei dafür, dass der Aldi komme, entschieden sei dies aber noch nicht: "Mit der Brechstange erreichen wir nichts. Wir brauchen Zeit." Auch solle das ganze Konzept mit Hilfe eines Bebauungsplanes "hieb- und stichfest" gemacht werden.

Jugendtreff

Wickedes Sozialstruktur sei auffällig, schilderte Karl-Heinz Czierpka. Nicht nur Jugendliche, die sich nachts am Hellweg aufhielten, sondern auch arbeitslose Erwachsene seien ein Problem. Ganz wichtig sei es, "Anbindungen zu schaffen", wie dies etwa durch die neue Jugendeinrichtung an der Meylantstraße geschehe.

Die AWO-Vorsitzende Gretel Hagt wies darauf hin, dass ihre Begegnungsstätte wichtiger Anlaufpunkt für ältere Menschen sei, die ansonsten Gefahr liefen zu vereinsamen. "Eine Seniorin kommt sogar aus dem Karola-Zorwald-Heim in Brackel mit dem Taxi, um hier Karten zu spielen." Hagt bat die Politiker darum, sich dafür einzusetzen, dass der AWO-Keller einen behindertengerechten Zugang erhält.

Ratsvertreter Friedhelm Sohn formulierte sein Ziel, die soziale Infrastruktur zu verbessern. So würden in den nächsten Jahren die Betreuungseinrichtungen für unter Dreijährige auf 20 Prozent erhöht. Dadurch werde jungen Müttern die Ausübung ihres Berufes erleichtert.

Besserer Mix

Vehement machte sich Friedhelm Sohn für die Wohnbebauung Wickede Nord/West stark, die vor allem von grüner Seite kritisiert wird. Sie sei wichtig, um die in Wickede vorherrschende einseitige Wohnstruktur zu verändern. "Wir brauchen keine neuen Sozialwohnungen und insgesamt einen besseren Mix."

Natürlich war auch die Verlängerung der OW III a von Asseln bis zur Stadtgrenze Unna Thema. Die Umgehungsstraße würde die Wickeder schneller in die Innenstadt bringen und die Aufenthaltsqualität am Hellweg verbessern. Bis sie gebaut wird, werden jedoch noch einige Jahre ins Land gehen.

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