Anmut im märkischen Sand

Christine von Brühl

Sie waren auf den ersten Blick oft nur das schmückende Beiwerk der adligen Herrscher, doch vielen von ihnen verdanken wir wunderschöne Bauten und anrührende Geschichten. Die Rede ist von den Frauen der Hohenzollern, denen Christine von Brühl in ihrem Buch "Anmut im märkischen Sand" ein Denkmal setzt.

25.04.2017, 10:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anmut im märkischen Sand

Die Geschichten über die teils glücklichen, teils auch sehr unglücklichen Frauen beginnt mit der Großen Kurfürstin, Louise Henriette von Nassau-Oranien, der ersten Ehefrau von Friedrich Wilhelm, dem Kurfürst von Brandenburg im 17. Jahrhundert. Sie steht heute als Denkmal auf einem Sockel vor dem Oranienburger Schloss und ist eine Vorfahrin der niederländischen Königsfamilie.

16 Frauen

Bis zur "Kaiserin ohne Thron", Hermine von Reuß ältere Linie, die den letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. in dessen niederländischem Exil heiratete, reicht die Reihe der 16 ganz speziellen Frauen, die jede auf ihre Weise die Geschichte der Hohenzollern mitprägten.

Es gab Liebesheiraten wie die von Elisabeth Henriette von Hessen-Kassel, der ersten Ehefrau von Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg. Beide lernten sich als Kinder kennen und lieben. Doch die Ehe dauerte nur wenige Jahre, denn die junge Kurfürstin erkrankte an Pocken und starb. Zwei weitere Frauen heiratete der Kurfürst, doch seine große Liebe blieb Elisabeth Henriette.

Tragisch wie auch das Leben von Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel, die König Friedrich Wilhelm II. heiratete. Sie begann eine Liebelei mit einem Offizier der Potsdamer Garde und musste dafür büßen.

Steinerne Zeugnisse

Es sind viele spannende Geschichten über ungewöhnliche Frauen, die ihrer jeweiligen Zeit einen Stempel aufdrückten. Doch damit gibt sich die Autorin nicht zufrieden. Man erfährt auch viel über die steinernen Zeugnisse der Hohenzollern-Damen. Denn viele Schlösser, Herrenhäuser oder Kirchen sind heute noch sichtbare Zeugen ihres Lebens.

Und damit ist das Buch auch ein bisschen ein Reiseführer durch die jeweiligen Wirkungsstätten. Lesenswert und informativ zugleich.

Christine von Brühl: Anmut im märkischen Sand, 462 S., Aufbau, 12,99 Euro, ISBN 978-3-7466-3306-0.

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