Anna Galinka: „Das neue Leben“

Buchkritik

Sie fühlt sich eigentlich nur in ihrer Muttersprache Russisch daheim, ist staatenlos und nun auf dem Weg in eine neue Heimat. Nastja reist in Anna Galinkas Buch „Das neue Leben“ mit Familie aus Riga Mitte der 90er-Jahre nach Deutschland.

von Von Beate Rottgardt

, 04.11.2017, 13:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Da die Familie jüdische Wurzeln hat, nutzt sie die Chance, in der Bundesrepublik etwas Neues aufzubauen. Das Neue ist aber erst mal eine überfüllte Unterkunft in Unna-Massen mit wenig Privatsphäre und zwei viel zu alten Verehrern, die sich an Nastjas Fersen heften.

Dann entscheidet sich die Familie, in ein kleines Städtchen zu ziehen. Doch nicht etwa in eine eigene Wohnung, sondern in die nächste Notunterkunft, in der sich Nastja das Zimmer mit der Großmutter teilen muss.

Ein zudringlicher Nachhilfeschüler, eine zarte Liebe zum jungen Aussiedler Max und das Wiedersehen mit ihrem großen Schwarm Alexander aus Schulzeiten sorgen für Trubel in Nastjas Leben. Dann wird sie ungewollt schwanger.

Anna Galinka hat mit „Das neue Leben“ ein intensives Buch mit nur vordergründiger Heiterkeit geschrieben, das eine besondere Sicht auf das Leben von Menschen wirft, die ihre Heimat aufgeben in der Hoffnung auf ein neues Leben. Lesenswert.

Anna Galinka: Das neue Leben, 224 S., Frankfurter Verlagsanstalt, 20 Euro, ISBN 978-3-627-00242-8.